Staßfurt l Eine Nachricht, die bei 15 0000 Stadtwerke-Stromkunden kurz vor Weihnachten für gute Laune sorgen dürfte. Der kommunale Versorger erhöht seine Preise für Strom im kommenden Jahr nicht. Und das, obwohl gleichzeitig Zusatzkosten wie Umlagen und Netzentgelte steigen. Die Kunden merken davon zumindest im kommenden Jahr nichts. „Durch einen effizienten Energieeinkauf sind wir in der Lage, unsere Kunden nicht zusätzlich zu belasten“, sagt Geschäftsführerin Doris Eckstein. Die Stadtwerke würden ihre Einkaufsvorteile weiter geben und damit die Erhöhung des Strompreises abfedern. „Wir haben unsere Beschaffungsstrategie effizienter gemacht.“ Doris Eckstein berichtet, dass die Mitarbeiter ihres Hauses Aufgaben rund um den Stromeinkauf nach entsprechenden Qualifizierungen selbst übernommen hätten. Bisher hätten die Vorversorger ein „Komplettpaket“ mit verschiedenen Stromlieferanten, Organisationsmanagement, Bilanzkreis und entsprechenden Sonderkonditionen angeboten. Diese Dienstleistung haben sich die Vorversorger selbstverständlich auch bezahlen lassen. „Das alles haben unsere Mitarbeiter jetzt selbst auf dem Tisch“, berichtet Doris Eckstein. „Wir suchen uns unsere Lieferanten selbst und kümmern uns im eigenen Haus um das Bilanzmanagement.“

Für die verantwortlichen Kollegen, so Doris Eckstein, sei das eine echte Herausforderung, mit zusätzlicher Fort- und Ausbildung verbunden. Für die Stromkunden bedeutet das zumindest für 2017, dass sie nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. „Wir wollen unsere Kunden an der positiven Entwicklung der Energiebeschaffung teilhaben lassen“, sagt Doris Eckstein.

Das sei nicht einfach gewesen. Denn die den Stadtwerken vorgeschalteten Netzbetreiber hätten ihre Netzentgelte stark angehoben. Da sie infolge der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien den Netzausbau vorangetrieben haben, wirke sich so die Energiewende auch auf die Netzentgelte aus. Außerdem hätten sich zum 1. Januar 2017 erneut die Umlagen insgesamt um 0,467 Cent/Kilowattstunde netto und steigen damit in Summe auf 7,684 Cent/Kilowattstunde. Die EEG-Umlage, mit der die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefördert wird, macht mit 6,880 Cent/Kilowattstunde netto allein 89,5 Prozent der Umlagen aus. „Damit erreicht die EEG-Umlage in 2017 einen neuen Rekordwert, und der Rückgang in 2015 war nur ein kurzzeitiges Aufatmen“, sagt Doris Eckstein. Weitere staatliche Umlagen sind daneben zum Beispiel die Offshore-Haftungsumlage oder KWK-Kraft-Wärme-Kopplungsgesetztumlage. Ob 2018 die Strompreise gehalten werden können, vermag die Stadtwerkechefin noch nicht zu prophezeien. Das hänge von den dann aktuellen Vorgaben der Bundesnetzagentur ab.

Gute Nachrichten gibt es auch für die 1900 Gaskunden der Stadtwerke. Denn bereits zum vierten Mal in Folge bleiben die Gaspreise stabil. „Es ist auch dem Team gelungen, bei der Gasbeschaffung so gute Preisvorteile zu erzielen, dass in 2017 die Gaspreise unverändert bleiben“, sagt Doris Eckstein.