Zerbst l Autoreifen, Matratzen, Sofas, Flaschen, Einweg-Grille, und vieles mehr – bei dieser Aufzählung handelt es sich nicht um das Angebot eines schlecht sortierten Supermarktes, sondern um Müll. All diese Gegenstände und noch einiges mehr wurden achtlos in der Landschaft verteilt. Kinder und Jugendliche der Zerbster Ortsfeuerwehren haben den Müll bei ihrer Aktion am Sonnabendvormittag weggeräumt.

Vergammeltes Sofa weggeräumt

Rund 100 Jungen und Mädchen aus den Feuerwehren in Zerbst, Lindau, Deetz, Nedlitz, Jütrichau, Dobritz, Steutz und Garritz-Bornum beteiligten sich an dem Projekt und zogen durch die Dörfer, inspizierten die Straßenränder und klaubten den Abfall vom Boden.

Die jungen Steutzer Feuerwehrleute waren unter anderem am Elbufer, nahe der Fähre, im Einsatz. Was sie dort innerhalb weniger Minuten fanden, beeindruckte auf traurige Art: Kaum hat die Steutzer Jugendwartin Mandy Schröter den Feuerwehrnachwuchs losgeschickt, da füllten sich auch schon die blauen Müllbeutel mit Glasflaschen, Zigarettenschachteln, Verpackungsmaterialien und auch mit dem einen oder anderen Einweg-Grill. Auch die Jugendlichen zeigten sich überrascht: „Dass hier so viel Müll liegt, habe ich nicht erwartet“, sagt Thoralf Hönl, der zusammen mit Linus Schmidt den Abfall einsammelte.

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100 Jugendliche dabei

Doch auch in anderen Orten waren die jungen Feuerwehrleute aktiv im Dienst der Umwelt, beispielsweise in Deetz. Unter Anleitung der Jugendwarte Steven Wilzek und Kerstin Zehle sammelten die Kinder den Müll vom Boden. Einer der größten Funde während der Aufräumaktion war ein vergammeltes Sofa, das am ehemaligen Bahnhof in Deetz stand. Kerstin Zehle ist stolz auf die Jugend: „Ich finde gut, dass so viele mitmachen, obwohl es natürlich nicht die schönste Beschäftigung ist, den Müll fremder Leute einzusammeln“, so Zehle.

Die Jungen und Mädchen der Feuerwehr Lindau haben an den Straßenrändern Reifen, Schaumstoff, Zigarettenkippen und auch den einen oder anderen Silvesterknaller gefunden. Mitgesammelt hat auch Celina Heinrich: „Alleine wäre das nicht so schön, aber in einer Gruppe den Müll zu sammeln macht Spaß“, meinte die angehende Feuerwehrfrau.

Zwei Container weniger als im Vorjahr

Die 16-jährige Charlotte Kopske hat mitgeholfen, den Müll in Nedlitz und Umgebung einzusammeln. Sie resümierte: „Es ist schon traurig, dass so viel zusammenkommt. Aber andererseits muss man auch sagen, dass es vergangenes Jahr noch mehr war.“ Denn die Müllsammel-Aktion fand nicht zum ersten Mal statt.

Im Jahr 2018 füllten die Kinder und Jugendlichen bei ihrem ersten Umwelttag vier Container mit Abfällen. „Diesmal sind es zwei Container mit einem Fassungsvermögen von jeweils etwa sieben Kubikmetern“, erklärte Stadt-Jugendwart Tobias Wolf.