Garitz l Der letzte Unfall an der Kreuzung in Garitz ist noch nicht lange her. Ein Motorradfahrer war nach einem Zusammenstoß mit einem Transporter an der Unfallstelle gestorben.

Nicht dass dieses Unglück schon Tragödie genug wäre, sorgt der Unfall jetzt noch einmal für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Die Angehörigen und Freunde des verunglückten Motoradfahrers haben einen kleinen Gedenkplatz an der Unfallstelle eingerichtet. Kerzen, Blumen, Bilder erinnern an ihn. Auch seinen Helm platzierten die Angehörigen an dieser Stelle.

„Er lag dort nicht einmal einen Tag, dann war er weg“, sagt die Frau des Verstorbenen, die wir an der Unfallstelle antrafen. Der Helm sei stark beschädigt gewesen, völlig unbrauchbar für andere, sagt sie traurig. „Es war also völlig sinnlos, ihn wegzunehmen.“ Auf der Garitzer Facebook-Seite wird gefordert: „Wir hoffen sehr, dass der Helm dort wieder hinkommt und der Entwender sich eines Besseren besinnt.“

Unfallvermeidung sollte Thema sein

Doch das alles wäre überhaupt kein Thema, wenn der Unfall erst gar nicht zustande gekommen wäre. Und genau da will Ortschef Mario Rudolf jetzt noch einmal einhaken. Denn scheppern tut es hier des Öfteren, darüber sind sich die Garitzer einig.

Der Großteil der Unfälle passierte an der Stelle, an der man sich aus Richtung Dessau der Kreuzung nähert, sagt der Ortsbürgermeister.

Warum diese Kreuzung ein Unfallschwerpunkt ist, kann nur vermutet werden. Denn auch Regionalbereichsbeamter Holger Sticherling weiß, dass es hier schon des Öfteren gekracht hat, sagt aber auch :„Eigentlich ist die Beschilderung klar.“

Sicherlich sei die Beschilderung klar, sagt Rudolf. Stop-Schilder stehen an beiden Richtungen der Kreisstraße, die Dorfstraße ist als Vorfahrtsstraße gekennzeichnet. Aber beide Straßen seien in ihrer Führung sonst immer Hauptstraßen. Die meisten aus Dessau Kommenden würden sich auch nicht mit Tempo 50 nähern. Die zuvor an den Seiten unbebaute Straße verleite zum schnelleren Fahren, vermutet Mario Rudolf. Dazu komme eine leichte Kurve vor dem Kreuzungsbereich, sodass das Stop-Schild erst etwas später ins Blickfeld rückt. „Der Ortschaftsrat hatte bereits in der Vergangenheit schon ab Ortseingang aus Richtung Dessau kommend, in Höhe der Kita, Tempo 30 gefordert“, berichtet Rudolf. Das aber wurde von der Verkehrsbehörde abgelehnt.

Drei Vorschläge, damit es nicht mehr kra

Da es wenig Aussicht hat, diese Variante erneut zu beantragen, hat der Ortschef noch andere Vorschläge. „Denkbar wäre, etwa 150 Meter vor der Kreuzung ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde einzuführen, oder ein weiteres Hinweisschild schon weiter vor der Kreuzung. Oder eine Kennzeichnung auf der Straße, die schon vorher auf das Stop-Schild aufmerksam macht.“

Mario Rudolf will die Vorschläge schriftlich einreichen, denn so könne es in Garitz nicht weitergehen. „Man hat schon fast den Eindruck, dass das Straßenverkehrsamt es billigend in Kauf nimmt, dass hier so viele Unfälle passieren“, ärgert er sich.