New York (dpa) - Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker hat die Anti-Rassismus-Proteste im amerikanischen Sport gelobt.

"Man kann Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe umbringen. Punkt. Das ist größer als der Sport", sagte Becker (52) in einem Interview auf "eurosport.de". "Was dort in Sachen Polizeibrutalität gegenüber schwarzen Menschen passiert, ist nicht zu akzeptieren", sagte Becker zur Situation in den USA.

Angeführt von den Basketballern in der NBA hatten in dieser Woche zahlreiche Sportarten ihre Wettbewerbe ausgesetzt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu protestieren. Im Tennis hatte die Japanerin Naomi Osaka auf ihr angesetztes Halbfinale beim Masters-Event in New York verzichtet. Die Veranstalter hatten daraufhin alle Spiele an dem Tag verschoben.

"Ich finde es bewundernswert, dass sie über den Tellerrand hinausschaut und sieht, was in Amerika vor sich geht. Sie hat damit ein starkes Symbol gesetzt und ich gratuliere ihr zu dieser Entscheidung", sagte Becker. Gleichwohl hoffe er, dass bei den an diesem Montag beginnenden US Open jetzt wieder der Sport im Mittelpunkt stehe. "Wir hatten ein sehr schwieriges Jahr im Tennissport mit dem Virus. Wir müssen zur Normalität zurückfinden. Das Leben muss weitergehen", sagte der dreimalige Wimbledonsieger.

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