Tagespflege

Awo macht Nägel mit Köpfen

Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, kurz Awo, hat den bisherigen Caravan-Stellplatz zwischen Seniorenheim und Median-Klinik gekauft.

Von Conny Kaiser 27.10.2015, 20:00

Kalbe l Die Gesellschaft wird immer älter. Und mit ihr wächst auch der Bedarf an Tagespflege-Einrichtungen. Eine solche will die Awo jetzt in Kalbe errichten lassen. Dazu hat sie ein Grundstück von der Stadt erworben, das bislang als Caravan-Stellplatz diente. Der Notarvertrag wurde am Montag unterschrieben.

„Der Planer beauftragt jetzt eine Firma mit der Beräumung der rund 4300 Quadratmeter großen Fläche. Denn dort herrscht ja doch starker Wildwuchs“, wie Kerstin Steffen von der Geschäftsführung der Awo-Sozialdienst Altmark GmbH sagt. Diese wird das neu zu bauende Gebäude, in dem künftig tagsüber zehn bis zwölf Pflegebedürftige betreut werden sollen, vom Awo-Kreisverband Altmark mieten. Er ist es auch, der mit der Stadt den Kaufvertrag für das Grundstück abgeschlossen hat.

„Grundplatte soll noch in diesem Jahr gegossen werden.“

Kerstin Steffen (Awo)

Es diente in der Vergangenheit nicht nur als unbefestigte Caravan-Stellflache, sondern auch als Parkplatz. Die Anlieger müssen sich nun allerdings andere Möglichkeiten suchen, ihre Fahrzeuge abzustellen. „Die Grundplatte soll möglichst noch in diesem Jahr gegossen werden“, sagt Kerstin Steffen.

Allerdings muss dafür ein deutlich größerer Aufwand als üblich betrieben werden. Denn ein Bodengutachten hat ergeben, dass das Areal sehr feucht ist. „Und das erhöht die Gründungskosten“, so Steffens Kollegin Andrea Schmieder.

Errichtet werden soll ein eingeschossiger Flachbau ohne Keller. „Er soll möglichst bis September 2016 bezugsfertig sein“, so die beiden Frauen von der Awo-Geschäftsführung. Besetzt werden soll die Einrichtung dann in erster Linie mit eigenen Kräften. „Denn unser ambulanter Pflegedienst hat die Anerkennung für diese Art der Betreuung“, betont Kerstin Steffen.

Er sei es auch gewesen, der in seiner täglichen Arbeit immer wieder damit konfrontiert worden sei, dass es einen erhöhten Bedarf an Tagespflege-Plätzen gebe. Vor allem für Demenz-erkrankte. Sie sollen künftig tagsüber in der Einrichtung betreut und in solche Abläufe wie zum Beispiel die Essensvor- und -nachbereitung eingebunden werden. Außerdem soll es spezielle Freizeitangebote für sie geben. Abends geht es dann wieder zurück nach Hause. Für die Angehörigen stellt diese Art der Pflege jedoch eine enorme Entlastung dar.

Nach jetzigen Plänen handelt es sich um eine Gesamt-investition von etwa 650 000 Euro. Der Neubau würde sich sehr gut in das jetzige Ensemble aus Pflege- und Gesundheitseinrichtungen sowie aus altersgerechten Wohnungen, die es an der Straße der Jugend gibt, einfügen.

Und was wird aus dem Caravan-Stellplatz der Stadt? Wie Bürgermeister Karsten Ruth dazu sagte, solle dieser im Zuge des Leader-Förderprogramms an das Kulturhaus verlegt werden. Geplant sei, dort feste Stellplätze mit Servicesäulen zu schaffen, wobei von einer Investitionssumme von etwa 20 000 Euro ausgegangen werde. Doch vor 2017 werde sich diesbezüglich wohl nichts drehen, weil erst dann in die aktive Phase der Leader-Förderung eingestiegen werden könne.