Bewährungsprobe für Berufsanfänger

25.01.2013, 10:18

Verschieben Sie keine Terminvorgaben, diskutieren Sie nicht lange herum, halten Sie Ihren Arbeitsplatz ordentlich, lümmeln Sie sich nicht auf dem Stuhl und nehmen Sie die Hände aus den Taschen, wenn man Sie anspricht... In der Tat, die ersten 100 Tage im neuen Job - ob als Lehrling oder neuer Mitarbeiter - sind voller Tücken. Denn Sie stehen total unter Beobachtung. Ob beim Chef, Abteilungsleiter, Ausbilder – alle haben Sie im Visier. Und Sie können vieles falsch machen. So viel, dass auch ein völlig falscher Eindruck von Ihnen entstehen kann. Die ersten drei Monate im neuen Job sind maßgeblich, ob Sie top oder ein Flop sind. Und ob Sie die meist vereinbarte Probezeit überstehen. Es sind die 100 Tage, in denen sich jeder Neuling in einem Unternehmen erst einmal bewähren muss, ob er ins Team passt. Personalberater raten allen, die frisch in einen Betrieb kommen: In dieser Zeit muss man beweisen, dass man die richtige Einstellung und Qualifikation mitbringt. Und: Man erwartet auch, dass sich der oder die Neue engagiert und mit den Kollegen zusammen arbeiten kann. Natürlich ist ein Neuanfang nicht immer leicht. Aber Kluge bereiten sich auf diese Zeit gut vor. Wer viele Informationen über den Betrieb im Internet und später im Intranet gesammelt, wer sich in den – eventuell vorhandenen Mitarbeiter-Zeitschriften informiert und wer sich möglichst schnell ein Insider-Wissen über das Unternehmen angeeignet hat, ist auf der Gewinnerseite. Denn nur wer weiß, wie es in der Abteilung oder im Betrieb läuft, kann sich schnell ins Team integrieren. Dazu sollte man in der Kaffeepause ruhig einmal Fragen an die Kollegen stellen. Und in Großbetrieben sich nicht per E-Mail bei den Kollegen vorstellen, sondern persönlich auf sie zugehen und guten Tag sagen. Welche Anfangsfehler unbedingt zu vermeiden sind:

1 Sie sind nicht mehr in der Schule oder an der Uni! Also seien Sie nicht zu lässig. Lümmeln Sie nicht an Ihrem Arbeitsplatz herum, halten Sie den Platz ordentlich.

2 In fast allen Betrieben gibt es eine Hierarchie. Also bieten Sie nicht von sich aus das DU an. Vor allem dann nicht, wenn der Kollege Ihnen übergeordnet ist.

3 Grüßen Sie generell jeden, der Ihnen im Betrieb begegnet. Aber Ihr Grüßen darf kein Begrüßen sein. Ein Begrüßen darf immer nur vom Vorgesetzten ausgehen.

4 Kommt es zum Händeschütteln, darf der Druck nicht zu lasch sein. Körperspannung ist ein wichtiger Punkt Ihrer Außenwirkung. Zeigen Sie keine Körperspannung, könnte man annehmen, dass Sie auch nicht gespannt auf Ihre neue Tätigkeit sind.


5 Verstecken Sie sich nicht. Wenn Sie sich zu abwartend und zurückhaltend, scheu und schüchtern geben, kann man das für Desinteresse halten. Nur derjenige, der Fragen stellt, seine Mitarbeit anbietet, wird im Team schnell Punkte sammeln.

6 Diskutieren Sie nicht lange. Wer beim ersten Arbeitseinsatz gleich eine Grundsatzdebatte startet, bekommt Probleme. Die erste Zeit sollten Sie besser mit Zuhören und Beobachten verbringen – und Ihre Ideen erst dann beisteuern, wenn Sie danach gefragt werden.

7 Zeigen Sie Respekt vor der Arbeit der Kollegen. Denn die haben einen erheblichen Wissensvorsprung. Besser Fragen stellen und Anweisungen des Teamleiters befolgen. Sonst stellen Sie sich selbst schnell an den Rand.

8 Achten Sie auch auf Kleinigkeiten in Ihrem Verhalten:
Das Trinken aus der Flasche, ein unaufgefordertes Hinsetzen im Büro des Chefs, die Hände in den Taschen bei einer Begegnung mit dem Vorgesetzen – diese Lässigkeit kann Ihnen als unangemessenes Benehmen ausgelegt werden. Seriosität ist heute in allen Betrieben gefragt.

9 Was gar nicht geht: Fragen Sie nicht nach einem Urlaub in den ersten vier Wochen! Lästern Sie auch nicht über einen Kollegen.

10 Beweisen Sie, dass Sie wirklich möglichst schnell möglichst gut werden möchten. Bitten Sie Ihren Chef, Ihren Ausbilder und gegebenenfalls Ihre Kollegen um ein Feedback über Ihr Verhalten. Das zeigt, dass Sie sich für den Eindruck interessieren, den andere von Ihnen haben. Übrigens: Nicht alle Chefs oder Ausbilder sind der Meinung, dass man tatsächlich nur 100 Tage Zeit hat, sich zu bewähren. Viele geben danach noch eine Schonfrist, damit Sie Ihre persönlichen Stärken zeigen können. Sicher ist aber: Die ersten drei Monate im neuen Job stellen Ihre Weichen für die Zukunft in einem Unternehmen. Sie sollten also grobe Fehler im Umgang mit den Kollegen und in der Anfangs-Lernphase möglichst vermeiden.

Quelle: Bundesagentur für
Arbeit.