Infektionen und Impfungen

Corona in Magdeburg auf dem Vormarsch

Eine Rekordzahl an Neuinfektionen an Corona gab es jetzt in Magdeburg. Die Magdeburger Volksstimme hat Fakten zusammengetragen.

08.04.2021, 00:00

Magdeburg

Mit 95 Fällen ist die Zahl der Corona-Infizierten in Magdeburg zum 6. April 2021 binnen eines Tages spürbar in die Höhe geschnellt. „Eine solche Steigerung hatten wir bislang nicht, und das bereitet mir große Sorgen“, sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper im Gespräch mit der Volksstimme. Dabei seien die Fälle breit gestreut und es gebe keinen Hotspot. Betroffen waren vor allem Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Infektionen: In den vergangenen Wochen haben sich in Magdeburg die neuartigen Varianten des Coronavirus durchgesetzt. Die britische Mutation macht mehr als 90 Prozent der Fälle aus. Auch brasilianische Varianten wurden nachgewiesen. Die neuen Varianten sind ansteckender. Während früher nicht alle Mitglieder eines Haushalts infiziert worden waren, ist das heute eher die Ausnahme.

Intensivstationen: In Magdeburg sind die Intensivstationen am Klinikum Magdeburg und am Universitätsklinikum auf die Versorgung von schwerstkranken Corona-Patienten vorbereitet. Von März bis jetzt hat sich die Zahl der Menschen, die beatmet werden müssen, verdreifacht. Gestern waren 14 Menschen betroffen. Zwar hört sich diese Zahl nicht hoch an. Doch ein Limit ist schnell erreicht. Prof. Dr. Martin Sauer, Chefarzt der Klinik für Intensiv- und Rettungsmedizin am Klinikum Magdeburg, sagt: „Die Intensiv-Kapazitäten werden knapp.“ Grund: Selbst wenn auch in anderen Bereichen noch geeignete Technik zur Verfügung steht, wird Personal benötigt, das dann womöglich bei der Versorgung anderer intensivmedizinischer Fälle fehlt.

Impfstoffe: In Magdeburg sollen pro Woche 6000 Impfdosen allein in den Impfzentren in der Messehalle und in der Sudenburger Sporthalle verabreicht werden. Zum Einsatz kommen hier zunächst die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Verimpft wird alles, was zur Verfügung steht.

Sorgen, dass beispielsweise für diejenigen, die bereits mit Astrazeneca geimpft wurden, kein Wirkstoff für die Zweitimpfung zur Verfügung steht, müsse man sich bislang kaum machen, so Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper: Mit zwölf Wochen sei bei diesem Impfstoff ein großer Zeitraum zwischen den Impfungen vorgesehen. „Ich hoffe doch, dass wir in wenigen Wochen genügend Impfstoffe für alle haben werden“, so Trümper.

Impftermine: Die Impftermine für kommenden Tage sind ausgebucht. Weitere sind frühestens in der kommenden Woche für Menschen aus Magdeburg verfügbar. Grund: Die Stadt stellt erst Termine zur Verfügung, wenn sichergestellt ist, dass die entsprechenden Impfstoffe auch geliefert werden.

Zudem dürften auch die Hausärzte in Magdeburg in den kommenden Tagen eine immer größere Rolle spielen. Sie seien auch der richtige Ansprechpartner für jene, die nicht über einen Internetzugang verfügen, um auf www.magdeburg.de einen Termin zu buchen.

Schulen und Kindertagesstätten: In Schulen und Kitas läuft der Betrieb wieder. Magdeburgs Amtsarzt Dr. Eike Hennig sagt: „In den vergangenen Wochen konnten wir nicht beobachten, dass sich aus den Kindertagesstätten und Schulen Infektionsschwerpunkte entwickelt hätten.“ Die bisherige Praxis habe sich bewährt: Falls eine Person positiv getestet wird, werden nur die direkten Kontakte auch in Quarantäne geschickt – nicht gleich eine ganze Schule. In Magdeburg befinden sich derzeit von den mehr als 20.000 Schülern mehr als 200 in Quarantäne. Hennig sagt: „Vor anderen Einrichtungen haben Kitas und Schulen höchste Priorität, geöffnet zu bleiben.“

Lockerungen: Laut Landesverordnung kann die verschärfte Kontaktbeschränkung auf maximal eine haushaltsfremde Person bei privaten Treffen wieder gelockert werden, wenn über drei Tage die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner unter 100 liegt. Diesen Wert hat Magdeburg gestern aber wieder deutlich überschritten, so dass es in dieser Woche einen entsprechenden Schritt wohl nicht mehr geben kann.

Eigenverantwortung: Da die neuen Virusvarianten infektiöser als die ursprünglichen sind, ist mehr Vorsicht denn je gefragt. Lutz Trümper: „Es liegt im Interesse jedes Einzelnen, gesund zu bleiben. Daher muss jeder danach handeln und die Abstands- und Hygienehinweise beachten.“