Filmprojekt

Die Moritzplatz-Jugend im Fokus

Neue Story, neue Protagonisten – für die zweite Staffel der Serie „Magdeburg Moritzplatz“ werden Jugendliche für die Arbeit vor und hinter der Kamera gesucht.

01.04.2021, 00:00

Magdeburg

Zwölf-Stunden-Drehtage waren keine Seltenheit. Dabei auch noch bis zum Schluss die Konzentration und Motivation zu behalten, daran scheitern bereits viele Erwachsene. Die Moritzplatz-Jugendlichen hingegen haben durchgezogen. Und mehr noch: Sie waren auch noch zur Stelle, als es anschließend ums Aufräumen ging. Etwas, das Susanne Frömmer bei den Dreharbeiten der Neue-Neustadt-Serie „Magdeburg Moritzplatz“ sehr beeindruckt hat. In ihrer Arbeit als Medienpädagogin habe sie das so noch nicht erlebt, erzählt sie. „Sie waren so krass dabei.“

Mit Drehstart im vergangenen Mai begannen neben den Filmaufnahmen auch die freundschaftlichen Bande unter den Jugendlichen zu wachsen. Jugendliche, mit unterschiedlichen Kulturen und Erfahrungen, mit vielfältigen Wesenszügen und Problemen. Doch obgleich dies inhaltliche Themen der Serie sind, spielte es bei den Dreharbeiten keine Rolle. „Es ist erstaunlich, wie die Gruppe zusammengewachsen ist.“

Erste Staffel noch nicht abgedreht

Vier Folgen zählt die erste Staffel der Moritzplatz-Serie. Mindestens 25 Minuten zählt eine Episode. Nun steht der Auftakt der zweiten Staffel bevor. Und dies, obwohl die erste aufgrund der Corona-Pandemie noch nicht abgedreht werden konnte. „Uns fehlen vier Drehtage mit Konzert-Szenen. Den Dreh dafür hatten wir wegen der Kontaktbeschränkungen auf Oktober gelegt – in der Hoffnung, dass ein Konzert bis dahin möglich sein würde“, erzählt Susanne Frömmer. Doch anstelle erhoffter Lockerungen schwappte die zweite Corona-Welle über den Drehplan. Sobald es erlaubt ist, soll der Konzertdreh nachgeholt werden. Erst dann kann die erste Staffel final bearbeitet und veröffentlicht werden.

Nichtsdestotrotz laufen die Vorbereitungen für die zweite Staffel. Unabhängig von Protagonisten und Inhalten der ersten vier Folgen wird eine neue konzipiert - neue Darsteller, neue Themen, ein neues Team. Hierfür suchen Projektleiterin Susanne Fömmer und Kameramann Patrick Jannack motivierte junge Leute zwischen 15 und 27 Jahren mit und ohne Migrationshintergrund. Erfahrungen als Schauspieler benötigen sie nicht, Lust aufs Filmemachen, Schauspielerei und Entdeckungstouren durch die Magdeburger Neustadt sollten sie jedoch haben.

Bevor tatsächlich die erste Klappe fällt, wird es eine coronasichere Onlinemeeting-Phase geben, in der gemeinsam ein Drehbuch entwickelt wird, das aus Erfahrungen und Erlebnissen der Teilnehmer gestrickt ist. Das sei eine besonders intensive, pädagogische Phase, erzählt Susanne Frömmer. Man lernt sich kennen und schafft Vertrauen, damit man sich auch wohlfühlt, wenn man über Probleme oder Ängste spricht.“ Aus den Themen und Erlebnissen, die die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bewegen, der Materialsammlung, werden letztlich die Schlüsselfiguren und Konflikte der zweiten Staffel konstruiert. „Wir arbeiten induktiv, vom Einzelnen zum Allgemeinen. Die Inhalte erwachsen aus der Gruppe heraus.“

Workshops zu Kamera, Licht und Ton

Sobald dann Treffen in größerer Gruppe wieder möglich sind, folgen Workshops zu Kamera, Ton, Licht, Ausstattung/Kostüm und natürlich Schauspielerei. Denn: Wer nicht vor die Kamera treten möchte, kann am Set anderweitig aktiv werden. Wann genau mit den Dreharbeiten begonnen werden kann, richtet sich letztlich nach der Pandemielage. Susanne Frömmer hofft, dass spätestens in den Herbstferien die Klappe fällt. Doch Planungen sind dieser Tage schwer. Da aufgrund der Corona-Krise das Filmprojekt doch etwas in Verzug geraten ist, werde die zweite Staffel etwas kürzer. Drei Folgen zwischen 15 und 20 Minuten seien realistisch, erklärt sie. Die Finanzierung des insgesamt dreijährigen Projektes ist glücklicherweise bereits gesichert. So erhielt „Moritzplatz Magdeburg“ den mit 50 000 Euro dotierten Kultur-Förderpreis „The Power of the Arts“ sowie Fördermittel vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und dem Fonds Soziokultur e. V.