Seit 1995 spendeten 50 Magdeburger Knochenmark und Stammzellen

Ein Dankeschön für Lebensretter

Von Marc Lechtenfeld 29.09.2011, 04:24

Ergriffen vom Schicksal des leukämiekranken Jungen Nico Siedeck ließen sich im Dezember 1995 Tausende Magdeburger als mögliche Knochenmarkspender registrieren. Heute, 16 Jahre später, stehen rund 7000 Elbestädter in der Spenderkartei. 50 von ihnen haben bereits Stammzellen gespendet – und wurden dafür nun von Oberbürgermeister Lutz Trümper geehrt.

Magdeburg. Mit ihrer selbstlosen Spende haben sie irgendwo auf der Welt einem todkranken Menschen eine neue Hoffnung auf Leben geschenkt. Denn die lebensrettenden Blutstammzellen werden nicht nur innerhalb Deutschlands benötigt, sondern überall. Damit einem Leukämie-Kranken geholfen werden kann, müssen zahlreiche Blutmerkmale des Spenders mit dem des Kranken übereinstimmen. Sonst verträgt der Empfänger das gespendete Knochenmark nicht. Doch nur etwa jeder vierte Patient findet in der Verwandtschaft einen passenden Spender. Umso wichtiger ist es, dass Ärzte weltweit nach geeigneten Spendern suchen können. Und sich weiterhin Menschen typisieren und in die Spenderkartei aufnehmen lassen. In Magdeburg ist das in der Blutbank der Uniklinik möglich.

Was viele Menschen nicht wissen: Heute ist eine Stammzellspende nicht mehr zwangsläufig auch mit einem Vollnarkose-Eingriff verbunden. Mit einem Medikament lässt sich die Stammzellenproduktion so anregen, dass nach einer Woche die benötigten Zellen einfach per Blutabnahme entnommen werden können.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 4000 Menschen an Blutkrebs. Unbehandelt kann eine akute Leukämie schon in wenigen Wochen oder Monaten zum Tod führen. Präventionsmöglichkeiten gibt es praktisch keine. Es kann jeden treffen. Immerhin: Nach einer erfolgreichen Spende liegen die Heilungschancen bei knapp 50 Prozent. Ob auch ihre Patienten überlebt haben, wissen viele der Magdeburger Spender bis heute nicht. Den Kontakt können nur die Empfänger initiieren. Wenn sie überlebt haben.