Fluggastrechte

Von Gudrun Oelze 23.04.2012, 03:32

Weihnachten auf dem Kilimandscharo und nach der Bergtour noch eine Woche Sansibar! Nach dem erlebnisreichen Urlaub zum Jahreswechsel bekam Manfred Ernst noch eine zusätzliche Übernachtung in Afrika gratis von der Lufthansa, weil der Rückflug des Magdeburgers überbucht war.
Kurz vor Mitternacht des 6. Januar 2012 wollte Manfred Ernst eigentlich von Addis Abeba aus Richtung Heimat starten. Den Flug nach Frankfurt hatte er wie den ganzen Jahresabschluss-Afrika-Trip zu Hause im Reisebüro gebucht.
Doch auf dem Flughafen ließ man ihn nicht in den Flieger einsteigen. "Bei diesem Flug handelte es sich um Code-Sharing, der von der Lufthansa in Kooperation mit Ethiopian Airlines durchgeführt wurde und für den es zwei Flugnummern gab", erläutert der Magdeburger das damalige Geschehen. Er und zwei weitere Fluggäste fertigte man aber nicht ab, weil nach Auskunft des Lufthansa-Verantwortlichen vor Ort das Flugzeug überbucht gewesen sei.
Diese Aussage, so Manfred Ernst, "ist nach meinen Beobachtungen glaubhaft". Doch erst auf Drängen der Passagiere, die nicht mitkamen, "wurden wir nach längerem Warten auf einen Flug etwa zwölf Stunden später umgebucht und bis dahin in einem recht einfachen Hotel untergebracht". Wegen des drastisch verspäteten Abflugs in Addis Abeba erreichte der Reisende in Frankfurt am Main nicht mehr den Anschlussflug nach Berlin.
Für die Unannehmlichkeiten müsse die Lufthansa ja wohl eine Entschädigung zahlen, hoffte der Magdeburger. Wieder daheim, schrieb er per Mail die für Fluggastentschädigungen zuständige Lufthansa-Stelle an und bat um Auskunft, welche Informationen dort für den Fall der Entschädigung noch von ihm benötigt würden. Diese Anfrage wiederholte er im Abstand von einigen Tagen noch mehrmals, doch nie erhielt er eine Antwort - bis er sich schließlich an unsere Redaktion wandte.
Als wir schließlich bei der Lufthansa nachfragten, bekam er dann doch zügig Post. Leider würden seine früheren Schreiben dort nicht vorliegen, hieß es, doch nun seien die nötigen Nachforschungen wegen der Überbuchungssituation am 6. Januar eingeleitet worden. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werde man sich wieder bei ihm melden, bat man den Fluggast weiterhin um Geduld. Doch geschah wieder wochenlang gar nichts, bis sich unsere Redaktion bei der Lufthansa nach dem Stand der Dinge erkundigte.
Dann aber ging es auf einmal recht schnell. "Dank der Hilfe der Redaktion Leseranwalt hat die Lufthansa jetzt eine Entschädigungszahlung entsprechend den Fluggastrechten geleistet", teilte uns unser Leser Manfred Ernst aus Magdeburg vor wenigen Tagen erfreut mit.