Gericht: Datenbank Lostart.de muss Raubkunst-Eintrag löschen

17.12.2013, 14:52

Magdeburg - Die Internet-Datenbank lostart.de muss einen Eintrag zu einem Gemälde löschen, das seinem jüdischen Besitzer von den Nazis entzogen worden war. Das teilte das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt am Dienstag in Magdeburg mit. Konkret ging es um eine Suchmeldung aus dem Jahr 2005, mit der Erben eines Berliner Galeristen und Kunsthändlers nach dem Bild suchten. Es war zusammen mit weiteren Werken zu Schleuderpreisen versteigert worden, nachdem der Galerist im April 1933 nach Frankreich geflohen war. 2009 wurde das Gemälde bei einem Privatmann in Südafrika gefunden. Die Erben wollten die Suchmeldung löschen lassen.

Die für Lostart.de zuständige Koordinierungsstelle in Magdeburg lehnte das jedoch ab, weil Erben von jüdischen Gesellschaftern eines Bankhauses ebenfalls Rechte an dem Gemälde geltend gemacht hätten und einer Löschung nicht zugestimmt hätten. Das Verwaltungsgericht Magdeburg und das OVG stellten jetzt klar: Da alle Beteiligten nun wüssten, wo sich das Gemälde befindet, sei der Zweck der Suchmeldung erfüllt. Der Eintrag sei zu löschen. Bliebe er erhalten, wären aus Sicht der Gerichte die Rechte der Kläger beeinträchtigt, weil seriöse Auktionshäuser die Versteigerung eines Kunstwerks ablehnten, das im Verdacht stehe, Raubkunst zu sein.