Kunden sollten überzahlte Gaspreise zurückfordern

23.09.2013, 16:19

Mainz - Klauseln zu Preisänderungen sind in vielen Gassonderverträgen unzulässig. Verbraucherschützer raten Kunden, sich gegen die Erhöhungen zur Wehr zu setzen - notfalls auch vor Gericht.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs (BGH) können Verbraucher oftmals nicht erkennen, auf welcher Grundlage die Preise geändert werden (Az.: VIII ZR 162/09). Preiserhöhungen haben in der Vergangenheit daher häufig auf Grundlage unwirksamer Geschäftsbedingungen stattgefunden. Betroffene Kunden können in diesem Fall Geld zurückfordern.

Der BGH lässt momentan Widersprüche gegen Gasrechnungen und die darin enthaltenen Preise zu, die nicht älter als drei Jahre sind. Das Problem: Versorger lehnen entsprechende Erstattungen häufig ab, hat die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz beobachtet. Die Unternehmen teilen vielen Kunden mit, dass das entsprechende Urteil nicht für sie gelte. Das ist aus Sicht der Verbraucherschützer juristisch allerdings kaum haltbar.

Wer ein ablehnendes Schreiben erhalten hat, sollte sich daher rechtlichen Rat suchen. Im Zweifel sollten Kunden auch eine Klage in Betracht ziehen, raten die Verbraucherschützer. Allerdings gilt es vorher zu klären, ob eine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, die eine Deckungszusage für ein außergerichtliches oder gerichtliches Verfahren abgibt, um möglichen Prozesskostenrisiken vorzubeugen.

Langfristige Garantien schützen vor steigenden Gaspreisen
Lange Preisgarantien beim Gasversorger zahlen sich für Verbraucher aus. So können sie sich in der anstehenden Heizperiode vor steigenden Preisen schützen. Darauf weist das Vergleichsportal Toptarif in Berlin hin. Wichtig zu beachten: Die Absicherung gegen steigende Kosten sollte mindestens bis zum Ende der nächsten Heizperiode im April 2014 gewährt werden.

Tarife mit Preisgarantien sind mitunter zudem billig: So werden für einen dreiköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15 000 Kilowattstunden Gas bei den örtlichen Versorgern derzeit rund 1053 Euro fällig. Günstige Anbieter mit längerfristigen Preisgarantien stellen im bundesweiten Mittel 910 Euro in Rechnung. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von 143 Euro.