Spendenaktion

Kunstwerk aus Magdeburger Holz

Ein kugelförmiges Kunstwerk soll aus dem Holz des Stadthallenparketts und der alten Ulme vom Domviertel Magdeburg entstehen. Es ist ein Spendenprojekt.

05.04.2021, 00:00

Magdeburg

40 Quadratmeter Parkettboden aus der Stadthalle, das viele Stars und Sternchen gesehen hat und auf dem Elbestädter unzählige Male das Tanzbein geschwungen haben. Dazu gesellt sich der Stamm der alten Ulme, die für das Großprojekt des neuen Domviertels in der City weichen musste: Aus diesem Magdeburger Holz will der Künstler Christopher John Smith ein Kunstwerk schaffen, das nicht nur bestaunt werden kann, sondern auch Gutes leisten will. Denn der Erlös aus der parallel initiierten Spendenkampagne soll der coronageplagten freien Kunst- und Kulturszene helfen. Es ist die neueste Aktion der Spendenkampagne „Gemeinsam für Magdeburg“, die seit dem Ausbruch der Pandemie bereits mehr als 30000 Euro an Spenden zusammenbringen konnte. Unterstützt wurden damit laut Projektleiter Tino Grosche freie Künstler und Kulturschaffende aus der Stadt, aber auch Vereine und Einrichtungen wie das Volksbad Buckau/Frauenzentrum Courage, das Boys’n’Beats oder die Kammerspiele Magdeburg. Anteil an der Gesamtsumme hatten viele Privatpersonen.

Viele private Spenden

Allein mit der Firmenstaffel spülten die Läufer 6000 Euro in die Spendenbox, aber auch Unternehmen, die Serviceclubs der Stadt oder eine Arztpraxis halfen. Zudem wurden gut 7000 Euro über die Crowdfundingplattform „99Funken“ der Stadtsparkasse eingenommen. Die Sorgen durch die Pandemie sind aber nicht kleiner geworden. Im Gegenteil. „Uns ist wichtig, dass das keine Eintagsfliege bleibt. Die Kampagne geht mit unserer neuen Spendenaktion weiter, die wir mit dem Kunstwerk aus dem Holz der Stadthalle verbinden“, erklärt Grosche gegenüber der Volksstimme. Das etwa 3 Meter im Durchmesser fassende, kugelförmige Kunstwerk von Christopher John Smith, der 1975 in England geboren wurde und seit 2009 in Magdeburg lebt, soll mit Hilfe der Elbestädter realisiert werden, so der Plan.

300 bis 400 unterschiedliche Parkettstücke aus der Stadthalle stehen dafür zur Verfügung. Für die Außenhülle des Kunstwerks stellt die WBG „Otto von Guericke eG“ außerdem Holz der 120 Jahre alten Ulme zur Verfügung, die wegen des Neubaus des Domviertels gefällt werden musste, berichtet Tino Grosche weiter. Damit könne eine Verbindung zur Natur und zum Stadtpark hergestellt werden. „Auch zeigen sich die Spuren im Holz als Zeugen längst vergangener Zeiten“, findet Grosche. Dies im Zusammenspiel mit dem modern gestalteten Foyer der Hyparschale verspreche einen spannenden Kontrast. Vorgesehen ist, dass das Kunstwerk mindestens fünf Jahre lang in der sanierten Hyparschale aufgestellt wird.

Holzelemente können gekauft werden

Und so soll die Spendenaktion ablaufen: Magdeburger können einzelne Holzelemente erwerben und mit einer persönlichen Signatur versehen lassen. „Damit wird das Kunstwerk eine Gemeinschaftsleistung der Bürger der Stadt“, betont Grosche.

Es sind zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Spender machen das Kunstwerk erst möglich und fördern mit dem Erlös zusätzlich die freie Kunst- und Kulturszene der Stadt. Der offizielle Verkaufsstart sei in wenigen Wochen geplant, erklärt Grosche. Erste Interessierte können sich schon jetzt per E-Mail unter grosche@emeritio.de an den Projektleiter wenden. Über die Verteilung des Überschusses entscheide dann das Expertengremium der Spendenkampagne „Gemeinsam für Magdeburg“. Diese wurde 2020 vom Professorenkollegium Emeritio initiiert. In diesem Jahr kooperiert Emeritio laut Grosche mit den Kammerspielen Magdeburg.

Alle, die bisher schon für die Kampagne gespendet haben, werden zudem gebeten, sich bei Projektleiter Tino Grosche (grosche@emeritio.org) zu melden. Denn es seien einige Dankeschönveranstaltungen geplant, zu denen die engagierten Spender eingeladen werden sollen.

„Einladen können wir aber nur jene Spender, deren Kontaktdaten wir haben“, sagt Tino Grosche.