Verkehr

Mehr Verkehr am Bahnübergang?

29.03.2021, 00:00

Tom WunderlichWolmirstedt/Magdeburg

Jeder Auto- oder Lastwagenfahrer kennt die Misere, wenn er „mal eben schnell“ von Wolmirstedt nach Glindenberg oder umgekehrt fahren möchte: In der Glindenberger Straße ist erstmal eine Zwangspause angesagt. Grund dafür ist der hiesige Bahnübergang. Dieser wird nicht nur von Straßenfahrzeugen, Fußgängern und Radfahrern stark frequentiert, sondern auch von Schienenfahrzeugen. Ab Mitte April wird der Bahnübergang nun zur Geduldsprobe für alle Verkehrsteilnehmer. Grund ist zum einen die grundhafte Sanierung des alten Übergangs und zum anderen eine Großbaustelle in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Ab dem 17. April 2021 beginnt das Geduldsspiel am Bahnübergang. An diesem Sonnabend beginnt die Deutsche Bahn damit, den Bahnübergang grundhaft zu sanieren. Dafür muss die Glindenberger Straße (Kreisstraße 1171) vollgesperrt werden. Damit es zu keinem Verkehrschaos kommt und nicht alle Verkehrsteilnehmer auf den Bahnübergang in der Gartenstraße ausweichen, wird eine großräumige Umleitung eingerichtet. Für Lastwagen und Autos bedeutet dies einen kilometerlangen Umweg. Als offizielle Umleitungsstrecke in Richtung Glindenberg werden die Verkehrsteilnehmer über die Rogätzer Straße und Wolmirstedter Straße in Richtung Farsleben geschickt. Von hier aus geht es weiter in Richtung Zielitz und Loitsche. Weiter führt die Umleitungsstrecke über Heinrichsberg nach Glindenberg. Von hier aus kann wieder auf die K 1171 in Richtung Wolmirstedt gefahren werden. Rund 18 Kilometer Umweg müssen hier eingeplant werden. Die Umleitung gilt auch in die Gegenrichtung. Eine weitere Alternative, aber keine offizielle Umleitung, wäre der Weg über die Bundesstraße 189, die Autobahn 2 und den Glindenberger Weg in Magdeburg. Von Weg und Zeit her, nehmen sich beide Strecken nicht wirklich viel. Für Fußgänger und Radfahrer fällt die Umleitung nicht ganz so groß aus. Sie werden über die Parkstraße, den Bahnübergang Gartenstraße, die Neue Straße und Quetchen geleitet.

Nur minimale Arbeiten am Bahnübergang

Am Bahnübergang selber werden so ziemlich alle Bauteile einmal ausgetauscht. Das zumindest hat der Landkreis Börde so mitgeteilt. Allerdings macht die Deutsche Bahn andere Angaben zum geplanten Baugeschehen. Diese würden zwar auch den Bahnübergang betreffen, aber nicht prioritär. „Auf einem Streckenabschnitt von 1,5 Kilometern Länge erneuert die Deutsche Bahn sechs Weichen inklusive Schwellen und Schotter“, erklärt eine Bahnsprecherin. Am Bahnübergang selber, würden allerdings keine Sanierungsarbeiten ausgeführt. „Der Belag des Bahnübergangs muss allerdings aufgrund des Einsatzes von Großmaschinen für die Stopfarbeiten, die im Zusammenhang mit den Weichenumbauten stehen, aus- und wieder eingebaut werden“, so die Sprecherin weiter. Rund eine Million Euro würden in Wolmirstedt investiert.

Teilweise mehr Bahnverkehr

Ob es aufgrund der Bauarbeiten im Bereich Wolmirstedt zu Einschränkungen kommen werde, wisse man allerdings noch nicht. Das werde man nachreichen müssen, so die Deutsche Bahn.

Ein zweites Bauprojekt dürfte die jetzige Verkehrssituation am Bahnübergang nicht wirklich entspannen. In Magdeburg wird seit dem 27. März 2021 die Eisenbahnbrücke über die Elbe grundhaft saniert. Dieses Instandhaltungs- und Investitionsvorhaben ist Bestandteil des Programms „#Neues Netz für Deutschland“. 29,6 Millionen Euro will die Deutsche Bahn hier investieren. Doch was hat der 680 Meter lange Brückenzug mit dem Bahnübergang in Wolmirstedt zu tun? Auf den ersten Blick gibt es keinen direkten Zusammenhang. Betrachtet man jedoch das Umleitungsgeschehen der Deutschen Bahn, wird klar, dass die Strecke Magdeburg – Stendal eine wichtige Rolle hierbei spielt. Wichtig ist dabei auch die rechtzeitige Fertigstellung der Baustelle in Wolmirstedt. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden nämlich alle Fernzüge zwischen Magdeburg und Berlin über Stendal umgeleitet. Bereits ab dem 24. April soll diese Umleitung eingerichtet werden. Voraussichtlich bis zum 10. September 2021 soll das so sein. Bis dahin sollen alle zwei Stunden zusätzliche Regionalexpresse von Magdeburg über Wolmirstedt nach Stendal fahren. Hier können die Fahrgäste dann wie gewohnt mit dem Intercity weiter in die Bundeshauptstadt reisen. Während der sogenannten Totalsperrung der Eisenbahnbrücke muss auch der Güterverkehr umgeleitet werden.

Wie viele Züge insgesamt über den Abschnitt rollen werden, will die Bahn allerdings nicht preisgeben. „Während der Bauzeit werden einzelne Güterzüge auch über den Streckenabschnitt Magdeburg – Stendal umgeleitet. Allerdings wird diese Strecke nicht prioritär als Umleitung genutzt“, erklärt die Bahnsprecherin weiter. Über die Auslastung einzelner Strecken mache man allgemein keine Angaben.