Puppentheater

Mit der Sanierung des Magdeburger Kutscherhauses soll auch eine große Probebühne entstehen

Das Alte Kutscherhaus am Magdeburger Puppentheater wird saniert. Das Fachwerkhaus soll künftig Mitarbeitern des Puppentheaters Büroräume bieten.

08.04.2021, 00:00

Magdeburg

Einst war es Teil der Fabrikantenvilla Dresel, in der sich heute die Figurenspielsammlung Mitteldeutschland befindet, nun steht das Alte Kutscherhaus auf dem Gelände des Puppentheaters weitgehend leer. Das Gebäude dient derzeit aber als Werbeplattform für das Puppentheater, denn es ist mit einem haushohen Plakat ummantelt, das neugierig macht auf all das, was im Puppentheater vor auf und hinter der Bühne geschieht.

Doch künftig soll das Gebäude wieder mehr sein als nur Werbefläche. Das echte Leben soll wieder in das historische Gemäuer einkehren. Kutscher werden dort allerdings wohl nur noch in Ausnahmefällen anzutreffen sein, ist mit den Gefährten doch auch der Berufsstand ganz schön aus der Zeit gefallen. Dafür werden Büroräume für die Mitarbeiter des Puppentheaters eingerichtet.

Das denkmalgeschützte Rayonhaus soll saniert werden. 1,5 Millionen Euro wollen Stadt, Land und Bund zu diesem Zweck in das Gebäude investieren. Der Grundsatzbeschluss aus dem Stadtrat, das Gebäude mittelfristig sanieren lassen zu wollen, stammt bereits aus dem Jahr 2015. Nun steht Fördergeld zur Verfügung – jeweils 500.000 Euro wollen Land und Bund zur Verfügung stellen, um das Gebäude wieder nutzbar zu machen. Den Eigenanteil von 500.000 Euro und die weiteren 150.000 Euro über die förderfähigen Kosten hinaus trägt die Stadt.

Lagerräume im Kutscherhaus

Neben den Büroräumen sollen im Dachgeschoss und im Keller zudem Lagerräume entstehen. Zudem soll das Gebäude energetisch saniert werden.

Auch die Anbauten werden ausgebaut. Sie stehen nicht im bauzeitlichen Bezug zum alten Kutscherhaus und auch nicht unter Denkmalschutz, sollen aber dennoch auch in Zukunft nutzbar sein. In diesen Räumen befinden sich aktuell Lagerräume und eine kleine Probebühne.

In Zukunft sollen die Puppenspieler auf der Probebühne in den Maßen der Puppentheaterbühne üben können. Deshalb sollen die Anbauten erweitert werden, so dass die Einrichtung eines gleich großen Bühnenraumes möglich ist. An den notwendigen Abmessungen der Probebühne werde sich die gesamte Gebäudestruktur der Anbauten ausrichten. Durch die Berücksichtigung einer Toranlage besteht die Möglichkeit, die Probebühne auch als Hinterbühne für das Sommer Open Air zu nutzen und die Platzkapazität im Innenhof zu erhöhen, geht aus der entsprechenden Beschlussvorlage der Stadtverwaltung hervor, die am 22. April im Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Verkehr beschlossen und zu vor auch in anderen Ausschüssen des Stadtrates mit empfehlendem Charakter behandelt werden soll.

Umbau des Kutscherhaus ab 2023

Ziel der Beschlussvorlage ist, die Planungen für den Umbau und die Sanierung auf den Weg zu bringen. Mit der Realisierung der Planungen soll dann im Jahr 2023 begonnen werden. Noch Ende des Jahres 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Anbauten sollen im Hinblick auf Stil und Höhe an den Neubau des Cafés angepasst werden, so dass sie sich gut ins Gebäudeensemble einfügen werden. Mit der Einrichtung einer Malwerkstatt, eines Ateliers und einer Schneiderei neben der Probebühne könnten zugleich die derzeit schwierigen Raumverhältnisse gelöst werden, die während einer Arbeitsplatz- und Sicherheitskontrolle der Unfallkasse bereits bemängelt worden seien. Diese Räumlichkeiten erhalten ein Flachdach, das begrünt werden soll.

So wird das Puppentheater als Institution in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt weiter wachsen und sich die Arbeitsbedingungen verbessern, gleichzeitig wird das historische Gebäudeensemble der Villa Dresel für die Nachwelt erhalten.