Student Stefan König lebt seit der Grundschule für das Theater / "Zweifel" feierte am Montag Premiere

Nachwuchsregisseur ist Kulturpreisträger der Stadt

28.07.2011, 04:30

Stendal (dan). "Meine erste Rolle war ein Wolf", erinnert sich Stefan König. Das war in der zweiten Klasse in dem Stück "Tierhäuschen". Seitdem ließ den 23-Jährigen das Thema nicht mehr los. Er blieb während seiner gesamten Schulzeit verschiedenen Theatergruppen treu.

Allerdings steht er dabei lieber auf der anderen Seite der Bühne, um seine selbst geschriebenen oder auch Stücke anderer Autoren zu inszenieren. Das erste Bühnenstück kam vor fünf Jahren aus seiner Feder. "Bittersüße Zweisamkeit" war eine dramatische Liebesgeschichte und wurde am Novalis-Gymnasium in Bad Dürrenberg aufgeführt.

In Stendal begann der Student der Kindheitswissenschaften im zweiten Semester mit dem Schreiben und inszenierte an der Seite von Thekla Pohler Woody Allens "Gott". Das hat ihn inspiriert, wieder selbst Stücke zu schreiben und er brachte mit FICTIVO POPULARIS eine Krimikomödie auf die Bühne, in der Superhelden einer Nervenheilanstalt den Mörder suchen. Doch auch Geschichten aus dem wahren Leben wie "Stupid Life" oder "Du, ich und doch wir" zum Weltalzheimertag brachte er auf die Theaterbühne.

Für die Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz erhielt König zu Beginn des Jahres sogar den Kulturförderpreis der Stadt Stendal.

"Der Preis war mir sehr wichtig. Weil das Stück so viel Kraft verbraucht hat, weil alle Beteiligten so viel Energie hineingesteckt haben und die Resonanz des Publikums so unglaublich toll war. Es ist, glaube ich, mein realistischstes Stück bisher. Es beschönigt nichts, es zeigt auf gefühlvolle Weise, was mit Familien und Menschen passiert, wenn sie sich verändern", sagt König.

Mit "Viertel vor Sieben" kehrte der 23-Jährige zum ersten Mal seit Jahren auf die Bühne zurück und spielte zusammen mit Thekla Pohler ein Liebespaar, das sich am Scheideweg ihrer Partnerschaft befand. Die Inszenierung war in Stendal und Magdeburg zu sehen und wurde von Hunderten Zuschauern bejubelt. Dennoch sieht sich König lieber als Regisseur. "Ich habe sehr viel Vorstellungskraft und Kreativität, die ich sehr gut hinter der Bühne zum Ausdruck bringen kann. Als Schauspieler bleibt man ja immer nur ein Medium – als Regisseur oder Autor nicht", sagt der junge Mann.

Dieses Talent hat König in seiner jüngsten Inszenierung "Zweifel" wieder unter Beweis gestellt. Das Stück von John Patrick Shanley wurde am Montag und Dienstag in Stendal aufgeführt und war das vorerst letzte Theaterstück des Studenten. "Im nächsten Semester schreibe ich meine Bachelorarbeit, ob ich dann noch dazu komme, weiß ich noch nicht", sagt der Nachwuchsregisseur. Theater soll jedoch weiter sein Leben bestimmen und wäre einer seiner Lieblingsorte für seine berufliche Zukunft.