Architektenentwürfe für Reform (Teil 2): Ideen des Büros "strippentow objekt+freiraumplanung"

Neue Formensprache für Reform

Von Jens-Uwe Jahns 26.07.2011, 04:30

Drei Büros für Stadt-, Landschafts- und Freiraumplanung entwickelten Entwürfe, wie die Neu-Reformer Zentrumsachse neu gestaltet werden könnte. Die Volksstimme stellt alle drei Entwürfe vor. Heute: Der Entwurf von Ute Strippentow vom Büro "strippentow objekt+freiraumplanung/grafik.design".

Reform. Ute Strippentow liefert den radikalsten Entwurf für die neue Reformer Zentrumsachse ab. Mindestens in drei Punkten (Freitreppe, Baumfällungen, Brunnengestaltung) folgt sie nicht den Empfehlungen der Einwohner aus den Bürgerwerkstätten. Die Planerin begründet das selbstbewusst mit dem Satz: "Man muss auch den Mut haben, sich von Altem zu trennen." Dass sie damit in der Vorwoche bei der Präsentation von den Neu-Reformern nicht gleich ausgepfiffen wurde, hat wohl damit zu tun, dass sie selbst irgendwie dazugehört: "Ich habe 25 Jahre hier gewohnt und jeden Tag auf das Zentrum geschaut. Von einer Umgestaltung erwarte ich auch eine Veränderung der Formensprache."

Den Boulevard zwischen Post und Sparkasse verbreitert sie von derzeit 6,80 Meter auf bis zu 18 Meter vor den Geschäften. Damit Rettungsfahrzeuge einfahren können, so ihre Begründung. Die Fahrbahn wird mit farbigem Pflaster markiert und um die Weite aufzubrechen, sieht sie künstlerische Elemente, z. B. Steinstelen, vor. Rigoros fällt sie in ihrem Plan die Bäume und ersetzt die vorhandene grüne Böschung durch eine Betonwand. Eine farbige Gestaltung soll verhindern, dass sie später ständig beschmiert wird.

Für die große Freitreppe gibt es im Entwurf von Ute Strippentow keine Zukunft. Ein langer, sanft ansteigender Weg (Rampe) und eine deutlich schmalere Treppe als bisher sollen sie ersetzen. Aus Richtung Apollostraße ordnet sie eine weitere ausladende Treppe mit Geländer an. Durch den Wegfall der Treppe entsteht dann die lange Betonwand, die mit Graffiti oder Rankbepflanzung gestaltet sein soll.

Den kleinen Park entwirft Ute Strippentrow völlig neu, nimmt rigoros die Bepflanzung heraus, um Platz für neues Grün zu schaffen. Die markante Brunnenfigur "Mutter mit Kind" bleibt in ihrem Entwurf erhalten, bekommt aber mit drei runden Becken (maximal 10 Zentimeter hoher Beckenrand) eine neue Architektur. Der von ihr ebenfalls völlig neu geplante Park weist zahlreiche Rasenflächen und geschwungene Wege aus. Ein Weg soll Kindern die Möglichkeit geben, mit dem Roller, dem Rad oder dem Skateboard das Neu-Reformer Zentrum zu erleben.

<6>Die kleine Spielfläche zwischen Boulevard und Apollostraße stattet sie mit interessanten Spielgeräten aus, um Familien die Möglichkeit zum "Spielen am Weg" zu geben.

Das öffentliche WC ordnet sie im Bereich zwischen Pavillons und Bushaltestelle an.

Morgen stellt die Volksstimme den Entwurf der Architektin Daniela Süßmann vor.