Rodel-Ass Hüfner: Gesundheitsvorsorge mit Olympia-Fokus

06.03.2013, 11:13

Oberhof - Training statt Urlaub: Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner hat ihre Saison nach dem Weltcupfinale verlängert. Ein paar Urlaubstage in der Sonne werden erst ab Mitte März folgen. Bis dahin will sie gemeinsam mit dem Erfurter Physiotherapeuten Torsten Rocktäschel herausfinden, wie sie schmerzfrei im Sommer trainieren und den Olympia-Winter absolvieren kann. "Wir wissen, woran wir arbeiten müssen und haben schon ein neues Übungsprogramm zusammengestellt", vermeldete die Olympiasiegerin vom BSR Friedrichroda positive Aussichten.

Für die derzeit erfolgreichste aktive Thüringer Rennrodlerin war der vorolympischen Winter angesichts einiger Probleme nicht zufriedenstellend. WM- und EM-Silber sowie Platz drei im Weltcup waren der ehrgeizigen Perfektionistin nicht genügend. Als "mittelmäßig erfolgreich" stuft die aus Blankenburg im Harz stammende Sportsoldatin den Winter ein und zeigt damit, welch hohe Elle sie an sich selbst anlegt. "Insgesamt habe ich nicht die Leistung gebracht, die ich mir vorgenommen hatte. Ich weiß, dass ich besser sein kann", lautet die Bilanz der viermaligen Weltmeisterin und fünfmaligen Gesamtweltcup-Gewinnerin.

So ist es nicht verwunderlich, dass sie im Anschluss an die letzten Saison-Rennen gemeinsam mit Trainer André Florschütz und Mechaniker Wolfgang Scholz eine erste Analyse erstellt hat. "Es waren viele Details, die verbesserungsfähig sind, vom Schlitten, was schon im Laufe der Saison passierte, über die Athletik und Gesundheit bis hin zu meinem Studium, das ich in der Olympia-Vorbereitung anders einordnen werde", bemerkte die angehende Kindergärtnerin.

Dass sich diese Details kompakt im vorolympischen Winter auswirkten, sei zum "richtigen Zeitpunkt" gewesen. Sie habe viel daraus gelernt. "In meiner ganzen Laufbahn hatte ich noch nie ein so langes Leistungstief. Ich denke aber, dass ich daraus gestärkt hervorgekommen bin - auch als Persönlichkeit. Das kann zu besseren Ergebnissen führen", meinte Hüfner, die beim Weg nach Sotschi aufs gemeinsame Training mit den leistungsstarken Oberhofer Männern und auf die Trainer Florschütz und Norbert Hahn baut.

Ihren dritten Olympia-Start hat sie fest im Visier. Bronze gab\'s 2006 in Turin, Gold 2010 in Vancouver. Doch bezüglich ihrer möglichen Ziele im Kaukasus will sie "den Ball flachhalten". Dafür kennt Tatjana Hüfner die Tücken Olympias zu gut. "Ich weiß, was da abgeht. Es sind vier Läufe zu fahren, dazwischen eine lange Nacht. Mein Ziel ist es, in den vier Läufen Top-Leistungen zu bringen. Dafür muss man sich voll auf seine Arbeit konzentrieren" sagt sie. Dass erstmals bei Olympia an guten Ergebnissen auch ein zweiter Start in der Teamstaffel hängt, versucht sie zu verdrängen.

Mit der Olympia-Bahn hat Hüfner nach ihrem einzigen Saisonsieg beim Weltcup-Finale endgültig Freundschaft geschlossen, nachdem ihr die Anlage bereits im Vorjahr bei der Homologierung gut gefallen hatte. "Es ist eine schöne, anspruchsvolle und selektive Bahn, auf der man sehr präzise fahren muss. Da kann man sich mit vielen Fahrten schon einen Vorteil erarbeiten. Das werden die Russen versuchen. Doch das war bei allen Olympia-Bahnen so", sagt Hüfner.