Wenn die Blutsauger kommen: Tipps gegen Mückenstiche

26.07.2013, 08:17

Berlin - Mücken sind Plagegeister. Aber man ist ihnen nicht wehrlos ausgeliefert: Mittel mit Zitronen-Eukalyptus etwa halten sie fern. Und Eis, Kortisoncreme und im Notfall auch Antihistaminika lindern Beschwerden.

Ob im Park, auf dem Balkon oder im Schlafzimmer - Mücken lauern im Sommer überall. Ihre Stiche jucken oft höllisch, die Haut ist rot geschwollen. Marion Moers-Carpi vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) rät zunächst zu einem kalten Waschlappen oder einer Eiskompresse: "Kühlen hilft immer", sagt die Hautärztin. Gute Erfahrungen habe sie auch mit speziellen Geräten gemacht, die einen elektrischen Impuls mittels Hitze geben, der den Juckreiz und die Schwellung mindert.

"Ansonsten hilft meist ein Kortisonpräparat", fügt Moers-Carpi hinzu. Es mindert den Juckreiz, indem es verhindert, dass Histamin ausgeschüttet wird. Diesen Stoff setzt der Körper in Reaktion auf den Mückenstich frei. "Erst durch das Histamin juckt der Stich so stark", erklärt die Hautärztin. Daraus resultiert: "Wenn es ganz schlimm ist, kann man auch ein Antihistaminikum einnehmen." Antihistaminika unterdrücken die Histaminausschüttung und werden zum Beispiel bei der Behandlung von Heuschnupfen eingesetzt. Moers-Carpi empfiehlt, das Mittel in Form von Sirup oder Schmelztabletten einzunehmen: "Dann wirkt es schneller."

Ist ein Mückenstich sehr groß, geschwollen und stark gerötet, warnt die Dermatologin davor, ihn auf eigene Faust zu behandeln. Dann sei der Besuch beim Arzt unumgänglich. Im schlimmsten Fall kann der Stich eine allergische Reaktion nach sich ziehen. "Dann ist höchste Eisenbahn", mahnt Moers-Carpi. Als Symptome nennt sie: "Übelkeit, Herzrasen, kalte Schweißausbrüche. Auch Atemnot und Herzstillstand können folgen." Aber so eine Reaktion sei sehr selten.

Relativ häufig folgt auf einen Mückenstich bei Menschen mit empfindlicher Haut ein Dermatofibrom, das rötlich-lila gefärbt ist. "Dabei kapselt sich nach einem Insektenstich Bindegewebe ab, es entsteht eine Art "Knödelchen" unter der Haut", erläutert Moers-Carpi. So ein Dermatofibrom bleibt. Es könne nur operativ entfernt werden, sei allerdings nicht gefährlich.

Um zu verhindern, dass die Blutsauger einen stechen, gibt es im Handel spezielle Anti-Mücken-Mittel - sehr bewährt seien solche, die den chemischen Wirkstoff DEET enthalten, erklärt Moers-Carpi.

Wer natürliche Wirkstoffe bevorzugt, ist der Hautärztin zufolge mit Mitteln auf Basis von Zitronen-Eukalyptus gut beraten. Wenn ein Urlaub bevorsteht, kann es jedoch genauso wirksam sein, zwei bis drei Wochen vorher Vitamin-B-Präparate einzunehmen. "Während der Geruch von Cremes und Parfüms auf der Haut Mücken anlockt, stößt sie der von Vitamin B ab." Dann machen Mücken quasi ganz schnell die Fliege.

Exotische Mücken breiten sich aus
Es gibt immer mehr Mücken-Exoten, sagt Helge Kampen vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf der Insel Riems bei Greifswald. Sie können gefährliche Viren übertragen.

Asiatische Tigermücke: Die Asiatische Tigermücke wurde in Süddeutschland, am Oberrhein und in Bayern wiederholt gesichtet. Allerdings scheint sie bislang die deutschen Winter nicht zu überstehen. Kampen hält es aber für möglich, dass sich die Asiatische Tigermücke langsam nach Norden hin ausbreitet - und auch an das kühlere Klima anpasst. Sie kann mehr als 20 teils gefährliche Viren auf den Menschen übertragen, darunter das Chikungunya-Virus und das Dengue-Virus.

Asiatische Buschmücke: Die Asiatische Buschmücke, die vermutlich über den weltweiten Gebrauchtreifenhandel nach Europa kam, hat sich in Deutschland schon etabliert und breitet sich Kampen zufolge in Richtung Norden aus. In Baden-Württemberg habe die Asiatische Buschmücke, die allerdings als weniger gefährlich gilt als die Tigermücke, schon weite Gebiete bis nördlich von Stuttgart erobert.