Wetterbilanz 2013: Ein Jahr der Extreme

30.12.2013, 10:52

Aprilschnee, Junihochwasser und Frühlingswetter zu Weihnachten: 2013 bleibt als Jahr der Wetterextreme in Erinnerung. Halle/Leipzig - Ein langer Winter, Hochwasser im Juni, Herbststürme und milde Weihnachten - 2013 bleibt als Jahr der Wetterextreme in Erinnerung. "Insgesamt war das Jahr zu warm und zu feucht", sagte Jurik Müller vom Deutschen Wetterdienst Leipzig der Nachrichtenagentur dpa. Zudem war es insbesondere im Frühjahr mit wenig Sonnenschein für die Jahreszeit zu dunkel.

Nach vorläufigen Berechnungen lag die Temperatur in Sachsen-Anhalt 2013 im Durchschnitt bei 9,1 Grad, im Vorjahr war es mit 9,5 Grad sogar noch etwas wärmer. Es fielen pro Quadratmeter 619 Liter Wasser - 2012 waren es 556 Liter. Die Zahl der Sonnenscheinstunden lag mit 1534 einiges unter dem Vorjahresniveau von 1663 Stunden. Trotz des langen Winters lag das für Sachsen-Anhalt berechnete Januarmittel der Lufttemperatur mit genau null Grad nur 0,3 Grad unter der Norm. "Daran konnte auch die etwa 14-tägige Dauerfrostperiode nichts ändern", sagte Müller. "Und obwohl im Januar mit 44 Liter je Quadratmeter der Sollwert von 39 übertroffen wurde, war es für Sachsen-Anhalt, neben Rheinland-Pfalz, die bundesweit niedrigste Niederschlagsmenge für diesen Monat." Verheerendes Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands gab es am 30. und 31. Mai sowie am 1. und 2. Juni. "Insgesamt fielen innerhalb von vier Tagen 22,75 Billionen Liter Wasser auf Deutschland", sagte Müller. "Aber trotz der Niederschläge avancierte Sachsen-Anhalt mit 50 Liter Regen je Quadratmeter, die Norm liegt bei 63, bundesweit zum niederschlagärmsten Land im Juni." Anfang August lagen große Teile Deutschlands im Einfluss schwülwarmer, subtropischer Luft. Für Halle wurde mit 35,9 Grad ein neuer Rekord für einen 2. August erreicht. "Im Oktober tobte am Monatsende Herbststurm "Christian" über das Land und verursachte in der Land- und Forstwirtschaft erhebliche Schäden", sagte Müller. Insgesamt war es landesweit im Oktober mit einem Monatsmittel von 11,1 Grad um 1,7 Grad zu warm. Der Niederschlag betrug mit 70 Litern je Quadratmeter fast das Doppelte der Norm. Mit dem Nikolausorkan "Xaver" im Dezember wurden über der Ostsee Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Kilometer pro Stunde erreicht und auch im Tiefland gab es stellenweise etwas Schnee. "Dennoch fiel der Dezember deutlich zu mild aus. Die Quecksilbersäule kletterte nicht nur während der Weihnachtsfeiertage in den Bereich zweistelliger Wärmegrade", sagte der Wetterexperte.