Halberstädter Wohnungsunternehmen bietet Rollstuhlfahrer vielfältige Unterstützung an

Wunsch nach größerer Wohnung wird erfüllt

Von Emmi Schulze 07.01.2013, 01:26

Eine Wohnung ist ein Zuhause, dort wollen wir uns wohlfühlen. Und es ist verständlich, dass es manchen Wunsch zu Verbesserungen gibt. Im eigenen Haus kein Problem, aber wenn man zur Miete wohnt, hat der Eigentümer ein Wörtchen mitzureden.

Unser Leser Frank Wisotzky aus Halberstadt wohnt in einer Ein-Raum-Wohnung, und er hätte gern ein zweites Zimmer dazu. Als schwerbehinderter Rollstuhlfahrer ist er auf tägliche Pflege angewiesen. Seine Lebensgefährtin könnte dann bei ihm sein und diese Pflege übernehmen.

Eine Lösung sei ganz einfach, war sich unser Leser sicher, denn neben seiner Wohnung befindet sich ein Gästezimmer. Eine Einrichtung, die die Halberstädter Wohnungsgesellschaft, wie viele andere übrigens auch, für eventuellen Bedarf vorhält. Dieser Raum aber werde nur ganz selten genutzt, schilderte der Leser. Er hätte ihn gern zu seiner Wohnung dazu. Dazu wäre es nur nötig, die Wand durchzubrechen und eine Tür einzusetzen. Das müsste eigentlich in kurzer Zeit zu erledigen sein, meinte er und hoffte, während eines solchen Umbaus in der Wohnung bleiben zu können. An diesem Punkt gingen die Meinungen aber weit auseinander und es war bis dahin zu keiner Einigung gekommen. Deshalb bat der Leser unsere Redaktion um Hilfe.

Die Geschäftsführerin der Halberstädter Wohnungsgesellschaft (HaWoGe) Beate Grebe teilte uns mit, dass das Wohnungsunternehmen grundsätzlich bereit sei, Herrn Wisotzkys Wunsch nach Vergrößerung des Wohnraumes zu erfüllen. Derartige Umbauten seien bereits mehrfach durchgeführt worden, aber nur selten in bewohntem Zustand. Damit seien schlechte Erfahrungen gemacht worden, weil der Umfang der Arbeiten häufig falsch eingeschätzt würde. Um nur einige Beispiele zu nennen: Neben den Schneidarbeiten in Betonwänden sei die Elektroanlage zu verbinden, die Tür des Gästezimmers zum Flur zu verschließen, Mauer- und Putzarbeiten seien notwendig, der Fußboden müsse ausgeglichen und mit Belag versehen werden, das ehemalige Gästezimmer müsste mit neuen Heizkörpern ausgestattet werden und Malerarbeiten wären notwendig.

Die HaWoGe bot zwei Varianten zur Lösung des Problems an. Der Mieter erhält die nächste freiwerdende Zwei-Raum-Wohnung im gleichen Haus, das über eine Rollstuhlfahrerrampe verfügt. Dort könnten vor dem Einzug die notwendigen Baumaßnahmen erfolgen, zum Beispiel Einbau einer behindertengerechten Dusche. Oder der Mieter bleibt in seiner bisherigen Wohnung, die entsprechend vergrößert wird, müsste aber für Baufreiheit sorgen und während der Zeit der Arbeiten ausziehen.

Frank Wisotzky entschied sich für die letztere Variante. "Wir werden Herrn Wisotzky Mitte Januar 2013 eine Modernisierungsvereinbarung zusenden", heißt es im Schreiben des Wohnungsunternehmens. "Daraus wird ersichtlich, welche Arbeiten durchgeführt werden müssen, welcher Zeitrahmen benötigt wird und welche Kosten zukünftig für die dann ca. 50 Quadratmeter große Wohnung entstehen werden." Damit würde eine rechtzeitige Beantragung von Leistungen der Wohngeldstelle oder anderer Leistungsträger möglich. Hierbei wird die Unterstützung des Sozialarbeiters der HaWoGe angeboten.

Vierzehn Tage nach Unterzeichnung des Vertrages werden die Arbeiten beginnen. Diese Zeit dürfte reichen, um Baufreiheit zu schaffen. Sollte das nicht der Fall sein, ist die HaWoGe bereit, die Baumaßnahme entsprechend zu verschieben. Während der Bauarbeiten, die voraussichtlich zwei Monate dauern werden, hat Herr Wisotzky Anspruch auf eine hundertprozentige Mietminderung. Zwei Bauingenieure begleiten den Umbau, die dem Mieter auch bei allen weiteren Fragen zur Verfügung stehen.

Ein verständlicher Wunsch, unterschiedliche Meinungen und die Zusage für die Lösung eines Problems. Wir bleiben am Ball.