Staßfurt l Es war ein Sommer des großen Umbruchs bei den Herren des VC 97 Staßfurt. Das Team aus der Landesliga Nord hat „drei Leistungsträger verloren“, wie es Coach Michael Frost beschrieb. Christopher Kirst (USC Magdeburg) und Stefan Bornemann (CV Mitteldeutschland II) wechselten jeweils in die Regionalliga Nordost, die vierthöchste Spielklasse des Landes. „Sie haben ganz andere Ambitionen“, versteht Frost diesen Schritt. Dazu zog sich auch Jens Ruhnow aus privaten Gründen zurück.

Mit Bernd Hönig, Andreas Trümper und Kevin Grote hat der Landesligist aber auch drei alte Spieler reaktiviert. „Damit können wir die Abgänge in der Breite auffangen. Personalprobleme werden wir so nicht haben“, sagte der Coach. „Wie es dann in der Leistungsspitze aussieht, bleibt abzuwarten.“ Deshalb ist Frost auch vorsichtig, was die Formulierung des Saisonziels in der nur sieben Teams umfassenden Liga angeht und will „realistisch bleiben“. Klar ist: „Wir wollen nicht absteigen, aber wir wollen auch nicht aufsteigen.“ Für den Coach geht es in erster Linie erstmal darum, dass sich „eine neue Hierarchie im Team entwickelt“. Dazu wäre dann ein Platz im gesicherten Mittelfeld erstrebenswert.

Einen ersten Schritt dafür haben die Staßfurter am ersten Spieltag am vergangenen Wochenende gemacht. In der heimischen Sporthalle am Dr. Frank-Gymnasium empfingen die 97er die SG Lindauund den Hederslebener SV und kassierten dabei eine Pleite und fuhren einen Sieg ein. „Wir hatten gehofft, beide Spiele positiv gestalten zu können. Aber es war noch nicht so klar, wo wir stehen. Von daher können wir die Spiele gut einsortieren.“

Fehlerquote zu hoch

Auch das 0:3 (-17, -19, -15) gegen den Spitzenreiter aus Lindau ist absolut kein Beinbruch für den Trainer. „Das war kein schlechtes Spiel von uns, aber Lindau war in jedem Bereich fünf bis zehn Prozent besser. Sie haben wenig Fehler gemacht und viel Druck erzeugt.“ So mussten die Staßfurter dem Gegner dauerhaft „hinterherlaufen“. Auf der eigenen Seite war die Fehlerquote einfach zu hoch. Auch im zweiten Satz, der recht eng verlief (19:25), war so nicht mehr drin. „Wir haben dem Gegner die Punkte geschenkt“, war Frost etwas enttäuscht. Auch den Druck im Angriff vermisste er.

Doch die Gastgeber gingen nach dem ersten Spiel sofort in die Fehleranalyse und haben sich auf das Team aus Hedersleben eingestellt. „Das war ein ganz anderes Spiel, der Gegner hat nicht so viel Druck erzeugt.“ Entsprechend fand der VC 97 besser ins Spiel und siegte 3:0 (30, 17, 20). Doch auf den ersten Satzgewinn mussten die Staßfurter eine ganz Weile warten. Der erste Satz gegen den HSV entwickelte sich zu einem echten Krimi, der mit 32:30 an die Gastgeber ging. „Das war sehr knapp und ausgeglichen“, beschrieb es der Coach.

Doch mit diesem Erfolg im Rücken lief es in den folgenden Sätzen besser. Es gab nicht mehr so viele Abstimmungsschwierigkeiten wie im ersten Spiel und auch die Fehlerquote war nicht mehr so hoch. So schöpfte Frost auch seinen kompletten Kader aus und verschaffte allen zwölf Spielern Einsatzminuten. Der Sieg in drei Sätzen brachte den Staßfurtern auch die ersten drei Punkte auf das Konto. Damit stehen sie auf dem fünften Rang und sind, was das Saisonziel angeht, voll im Soll.