Wernigerode l Kleine Brücke - großes Problem. Die Rede ist von einem Holzsteg im Schniphennigstal bei Wernigerode, der in der Mitte durchgesägt und in das Bachbett abgesackt ist. Als Vorsichtsmaßnahme, „weil das Holz völlig morsch geworden ist. Somit kann sie normalerweise nicht mehr überquert werden“, sagt Herbert Riemeier. Der Wegewart des Harzklub-Zweigvereins Wernigerode weiß jedoch: „Einige Mutige versuchen es aber dennoch.“

Obwohl mit Schildern auf die Gefahr und die Sperrung der Brücke hingewiesen ist, wird der Wanderweg zwischen Wernigerode über Thumkuhlental nach Drei Annen und retour weiter rege benutzt. „Der Bahnparallelweg ist halt bei Wanderern und Mountainbikern beliebt“, so Riemeier und fügt hinzu: Zum Glück sei dort bislang niemand ernsthaft verletzt worden.

Die Harzklubler hoffen, dass die Brücke abgerissen wird, bevor Eis und Schnee die Unfallgefahr erhöhen. Um Hilfe wurde die Arbeitsförderungsgesellschaft (AFG) Harz in Blankenburg gebeten, „die uns eine Zusage erteilt hat“. Das bestätigt Bernd Sattler von der AFG auf Volksstimme-Nachfrage, ließ aber offen, wann der Abriss in Angriff genommen werde. Das Holz der Brücke soll zum Verrotten im Wald bleiben. Dafür liege die Erlaubnis vom Oberförster des Eigentümers, Philipp Constantin zu Stolberg-Wernigerode, vor.

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Wanderer laufen über Bahngleise

Mit dem Abriss allein sei es laut Wegewart Herbert Riemeier nicht getan. Eine neue Brücke sei aus Sicherheitsgründen sinnvoll. Ansonsten würden sich Wanderer ihren Weg über den Bach selbst suchen. „Im Winter laufen sie notgedrungen über die Gleise der Harzer Schmalspurbahnen. Und das birgt Gefahren für Leib und Leben.“

Im Vorstand des Harzklubs sei man sich einig, dass aus eigener Kraft keine Ersatzbrücke gebaut werden kann. Es müsse zunächst eine Lösung gefunden werden, wie die sieben bis acht Meter langen Hölzer oder Metallschienen in das kleine enge Tal mitten im Wald bugsiert werden und wer die Aufleger zur Verfügung stellen kann. „Dies zu klären, ist die Voraussetzung für einen Einsatz unserer ehrenamtlichen Mitglieder“, sagt Riemeier.

Mountainbiker haben großes Interesse

Bereits Unterstützung hätte die Deutsche Initiative Mountainbike signalisiert. „Die Biker sind sehr an dieser Brücke und der damit verbundenen durchgängigen Befahrbarkeit des Weges interessiert. „Und das sind überwiegend jüngere Leute, die mit anpacken könnten.“ Das Durchschnittsalter der rund 185 Harzklubmitglieder liege hingegen bei etwa 70 Jahren.

Stehen Materialbeschaffung und Transport, könnte sich Riemeier vorstellen, solch einen Brückenschlag wie vor zwei Jahren über die Kleine Renne auch im Schniphennigstal hinzubekommen. Damals stellte der Landesforst Langhölzer aus Lärche zur Verfügung, der Revierförster Alexander Schmidt vermittelte die Firma Müller aus Stapelburg, „die uns die Bäume an die entsprechende Stelle bugsiert hat“. Die Fertigstellung erledigten die Harzklub-Mitglieder in Eigenleistung.