Magdeburg l Nach fünf Jahren will die Wasserball Union Magdeburg (WUM) wieder erstklassig werden. Auf dem Weg dahin stehen unter anderem noch das Landesderby am Sonnabend (18 Uhr/Dynamohalle) gegen den SV Halle und das Topspiel eine Woche später gegen Dauerrivale SGW Brandenburg an.

Saisonziel heißt Aufstieg

Das Saisonziel heißt für WUM-Präsident Silvio Schulle eindeutig Aufstieg. Dafür will der Geschäftsmann aus Ottersleben nicht nur das Aufstiegsturnier Ende Juni/Anfang Juli nach Magdeburg holen, sondern lockte mit dem Georgier Pavle Japaridze (37) und dem Serben Milan Mijokovic (47) zwei frühere Profis an die Elbe.

Zwei Profis, ein Ziel

Japaridze kam im Sommer vom Erstligisten Poseidon Hamburg, sollte eigentlich nur als Trainer wirken. Als der Center jedoch mangels Alternativen auch mitspielte, musste ein neuer Coach her und der zehn Jahre ältere Mijokovic, zuletzt in Zwickau tätig, kam im Herbst dazu.

Duo arbeitet gut zusammen

„Wir arbeiten sehr gut zusammen, sind ein Trainerteam. Wir waren schon in Zwickau zusammen, waren früher Profispieler“, erklärt Japaridze, der 16 Jahre als Profiwasserballer unterwegs war. „Wir sind ein gut funktionierendes Tandem. Pavle im Wasser, ich draußen“, ergänzt Mijokovic, der sich nach eigenen Worten vor allem der Arbeit im Wasser, dem Ausdauer- und Krafttraining widmet, während Japaridze für das Training der Beine, Arme und Handgelenke zuständig ist.

„Taktik und Technik machen wir zusammen“, so der Serbe mit der wallendem Mähne, der zwischen 1994 und 1999 jeweils bester Torschütze der Wasserball-Bundesliga war.

„Wir kennen uns schon so lange, und zwischenmenschlich klappt es in der ganzen Mannschaft wunderbar“, hat der Georgier Japaridze kein Problem damit, während des Spiels vom Serben Mijokovic Anweisungen zu empfangen. „Das ist auch ein Geheimnis unseres Erfolgs“, erklärt Japaridze, der jahrelang in der Ukraine spielte, zuletzt Erstligist Poseidon Hamburg coachte.

„Wir stehen für die jugoslawische Wasserballschule. Die georgische ist mehr alte sowjetische Schule. Wir pflegen den Multi-Kulti-Wasserball, sozusagen Montenegro, Kroatien, Serbien in einem”, sagt Mijokovic.

„Für uns ist wichtig, Mannschaften wie hier in Magdeburg aufzubauen. Aber alles muss wachsen“, weiß Japaridze, der in der Bundesliga für Waspo und die White Sharks Hannover sowie Krefeld 72 spielte. „Die Jungs kapieren inzwischen auch, dass hier was passiert. Andere Vereine wollen auch hoch, geben viel Geld aus. Manche 300.000 oder 400.000 Euro, wir versuchen es hier mit 80.000“, gibt der Diplom-Trainer Aufklärung über finanzielle Dimensionen bei der WUM.

Zunehmende Professionalisierung

WUM-Chef Schulle registrierte schon wohlwollend die wachsende Professionalität, wünscht sich aber, dass wirklich alle Akteure die vier abendlichen Wasserzeiten pro Woche auch nutzen. „Beruf bzw. Studium gehen natürlich vor, aber sonst gibt es eigentlich keine Gründe für ein Fehlen.“

„Bei der Kondition haben sie schon sichtbare Fortschritte erreicht. Ging zum Beispiel Moritz Lehnert früher zweimal, dreimal schnell nach vorn, versucht er es jetzt auch noch ein viertes Mal“, ist sich Klaus-Peter Knobloch, seit Jahren profunder Kenner des Magdeburger Wasserballs und einer der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, sicher.