Schachdorf Ströbeck l Mit drei Vorschlägen geht unser Bundesland in die Endrunde bei der Kultusministerkonferenz. Dort soll im kommenden Februar der gesamtdeutsche Vorschlag an die UNESCO-Welterbekommission erarbeitet werden.

Die Ströbecker brachte 2003 Kreisdenkmalpfleger Gerhard Föllner auf die Idee, sich um den Welterbetitel zu bewerben. Daran erinnerte Rudi Krosch, der mit einer Unterbrechung von 1990 bis 2010 Bürgermeister im Schachdorf war. Er dankte vor allem Kathrin Baltzer, Leiterin des Schachmuseums, für ihre umfangreiche Arbeit. „Sie hat 2007 mit viel Engagement ein 100-seitiges Konzept erstellt“, erinnerte der Alt-Bürgermeister. Er dauerte noch bis 2013, bis ein neuer Antrag auf wenigen Formular-Seiten verlangt wurde.

Renate Krosch, Mitglied im Vorstand des Landesheimatbundes, war bei der Präsentation der Bewerber aus Sachsen-Anhalt in Wernigerode dabei. „Kathrin hatte die beste Präsentation, dazu noch einen Zehn-Minuten-Film und passende wissenschaftliche Berater.“

Zu den Gästen der Dankeschön-Veranstaltung im Ströbecker Gasthaus „Prinz von Preußen“ gehörte auch der damalige Leiter der Verwaltungsgemeinschaft, Denis Loeffke. Er sei ein guter Berater bei der Eingemeindung nach Halberstadt gewesen und half bei zahlreichen Streitigkeiten vor Gericht. Auch hinter dem Kulturdorf-Projekt stand er.

Anita Freitag, frühere Finanzchefin, und Britta Odenbach als Sekretärin und „Retterin der Städtebaufinanzierung“ sorgten mit dafür, dass Millionen Euro in die Sanierung des Ortes fließen konnten.

Ehrenbürger Josef Cacek, Begründer des Schachmuseum, half auch bei der Gründung des Kulturdorf-Projektes. Petra Bothe war Initiatorin der Wanderausstellung, die in den Partnerdörfern gezeigt wurde und befasst sich mit der Chronik.

Noch heute ist Regisseurin Oda Poppendieck begeistert, wenn sie an die 100 Mitwirkenden des Ströbecker Musicals denkt. „Es war mutig, doch die Gemeinschaft hält noch heute“, sagte sie.

Noch viel wurde an diesem Abend über die bunten Treffen der Kulturdörfer in Ströbeck und den beteiligten Ländern gesprochen. Durch die persönlichen Treffen und Freundschaften wurde der europäische Gedanke in viele Familien gebracht, so Willi Grimm. Das Projekt habe Ströbeck vorangebracht und wirke heute in vielen Familien nach, hieß es.

Inzwischen sei es zwar schwieriger, junge Leute einzubeziehen. Doch die überregional bekannte Arbeit des Lebendschach-Ensembles zeige, dass es weiter geht.

Die Ströbecker bleiben dran, wenn im Moment auch nur in kleinerem Maßstab.

Schließlich freuen sich die Aktiven und viele Bürger schon auf das in Vorbereitung befindliche Krippenspiel zu Weihnachten, an dem Oda Poppendieck arbeitet. Und zahlreiche Ehrenamtliche helfen, dass das Schachmuseum auch an den Wochenenden geöffnet werden kann.