Tangerhütte l Es ist eines der letzten großen Breitensportveranstaltungen für Rollstuhlfahrer weit und breit und es hat eine Tradition, die weit in DDR-Zeiten zurück reicht: Das Tangerhütter Spiel- und Sportfest für Rollstuhlfahrer und seine Freunde wurde jetzt zum 27. Mal vom Förderverein Behindertensportfest Tangerhütte auf die Beine gestellt. Und was da im Hintergrund an organisatorischem Aufwand betrieben wird, das wissen langjährig treue Teilnehmer wie Klaus Günther aus dem Main-Kinzig-Kreis zu schätzen: „Ohne Euch ist hier alles nichts!“ rief er dem Vorstand bei der Eröffnung zu.

Dieser hatte sich zuvor bei den vielen Helfern und Unterstützern (darunter dem Hauptsponsor Lotto-Toto, der seit vielen Jahren große Summen dazu gibt) sowie dem technischen Personal des Landesbildungszentrum für Körper- und Sehbehinderte bedankt. Diese Schule ist seit Jahren Unterbringungsort und Anlaufpunkt für die Rollstuhlfahrer und ihre Begleitungen, die aus ganz Deutschland und dieses Mal auch aus Tschechien kamen. Und diese Schule war auch die Schule von Claudia Philipp und Sirko Schulz.

Die junge Frau mit ihren drei Kindern reist jedes Jahr aus Buxtehude an, Sirko Schulz aus Rathenow. Alte und neue Bekannte treffen sie jedes Jahr in Tangerhütte, seit dem vergangenen Jahr ist auch Melinda Litzendorf in Tangerhütte dabei. Sie begeistert vor allem, dass es ein so buntes Angebot in Tangerhütte gibt. Von der Leichtathletik übers Bogenschießen, den Wildparklauf in Weißewarte, Basketball, Tischtennis, aber auch das Adlerschießen der örtlichen Bürgerschützen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Das geplante Sitzvolleyballspiel musste zwar mangels Beteiligung abgesagt werden, aber neue Ideen und Sportarten seien jederzeit willkommen, betonte der Vorstand.

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Die Vorsitzende des ausrichtenden Vereins, Ilka Görsch, freute sich dieses Mal über 68 Teilnehmer und lud diese auch wieder ein, im nächsten Jahr weitere Freunde und Bekannte mitzubringen.

Tangerhüttes Einheitsgemeinde-Bürgermeister Andreas Brohm (parteilos) wünschte allen Gästen viel Spaß in der Region und Ortsbürgermeister Gerhard Borstell, der das Fest auch als Vorsitzender des SV Germania seit langen Jahren begleitet, sicherte in den kommenden Jahren weiter eine „breite und vielfältige Unterstützung“ zu.

Und nicht zuletzt würdigte auch Volkmar Stein, Präsident des Behinderten- und Reha­sportverbandes Sachsen-Anhalt (BSSA), das Fest als tolles Angebot, bei dem der Spaß am Miteinander im Vordergrund stehe und das war tatsächlich an allen drei Tagen zu sehen und zu spüren.