Baden-Baden (dpa) - Bundestrainer Hermann Weinbuch platzte fast vor Stolz, als seine sportlichen Erben nach 28 Jahren endlich den Gold-Fluch im Teamwettbewerb der Nordischen Kombinierer besiegt hatten.

Seit 1987, damals noch mit Weinbuch als Aktivem, waren die nachfolgenden Generationen immer wieder knapp am großen WM-Triumph vorbeigeschrammt. Doch an diesem 22. Februar passte im schwedischen Falun für Tino Edelmann, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Johannes Rydzek einfach alles zusammen.

Jetzt haben wir einen historischen Moment, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am deutschen Jubeltag zur herausragenden Bedeutung des so lange herbeigesehnten Titelgewinns. Zuletzt hatte es bei Weltmeisterschaften sechsmal Silber gegeben. Nun endlich Gold.

Jeder WM-Titel und jeder Olympiasieg ist schön. Aber man muss bei jedem Erfolg auch die Vorgeschichte sehen. Da es solange gedauert hat, war es besonders emotional, sagte der sichtlich gerührte Weinbuch.

In dem Krimi wuchsen seine Schützlinge vor allem in der Loipe über sich hinaus und hielten die favorisierten Norweger bis zum Schluss auf Distanz. Es war total begeisternd, wie stark und stabil sie waren. Sie waren ein Team und haben sich ergänzt. Das erfüllt mich mit Stolz, lobte Weinbuch.

Emotional war das der Wahnsinn. Ich bin am Ende fast verrückt geworden, jubelte Edelmann. Und Rydzek, der erstmals bei einem Großereignis als Schlussläufer eingesetzt wurde, stellte völlig entrückt fest: Es war so kitschig, bei Sonnenuntergang mit der deutschen Fahne ins Ziel zu laufen.

Der Team-Triumph war für ihn die Krönung eines außerordentlich erfolgreichen WM-Auftritts. Rydzek gewann im Einzel zudem Gold und Bronze sowie gemeinsam mit Eric Frenzel Silber im Teamsprint. Das passiert nicht alle Tage und ist echt cool, sagte der Allgäuer.