Lahti (dpa) - Die Freude von Sandra Ringwald nach dem besten Weltcup-Wochenende ihrer Karriere fiel verhalten aus.

Das hatte zwei Gründe: Zum einen hatte sie als Sprint-Vierte beim Weltcup in Lahti ihre erste Podestplatzierung in einem Einzelrennen wieder nur ganz knapp verpasst. Zum anderen erreichte sie den zwölften Rang über 10 Kilometer in der klassischen Technik eben erst nach den Olympischen Winterspielen. "Ich hätte mir das lieber ein bis zwei Wochen früher gewünscht", sagte die Schwarzwälderin, bevor sie sich dennoch mit den starken Resultaten anfreunden konnte.

Besonders im Sprint, den Weltmeisterin Maiken Caspersen Falla aus Norwegen gewann, hatte sie all das gezeigt, was man ihr seit Jahren bescheinigt: Grundschnelligkeit und taktisches Geschick. Dazu kamen in Lahti bestens präparierte Ski, die ihr Vorteile im Vergleich zur Konkurrenz bescherten. Lediglich die Schwedin Hanna Falk verhinderte mit einer - allerdings regelkonformen - Behinderung, dass es für das Podest reichte. Ringwald kam etwas aus dem Rhythmus, was sich nachteilig für eine hohe Endgeschwindigkeit auswirkte.

Auch im Distanzrennen überzeugte Ringwald vom ersten Meter an und konnte in der Schlussphase sogar noch zulegen. "Das ist im Hinblick auf die nächsten Jahre mit den Weltmeisterschaften in Seefeld und Oberstdorf ein gutes Zeichen. Sie kann es", sagte DSV-Vizepräsident Peter Schlickenrieder in der ARD. Da auch Stefanie Böhler als 14. und Katharina Hennig als 16 gute Resultate erliefen, war das deutsche Team mit dem ersten nacholympischen Wochenende ganz zufrieden.

Lediglich Victoria Carl haderte mit ihrem Schicksal. Im Sprint-Viertelfinale war die Thüringerin gestürzt, unglücklich mit dem Hinterkopf aufgeschlagen und hatte sich eine Gehirnerschütterung zugezogen. Für das von der Finnin Krista Parmakoski dominierte Distanzrennen erhielt sie Startverbot.

Die Herren wollten den erfolgreichen Damen nicht nachstehen. Nachdem es beim Sprint-Sieg des Italieners Federico Pellegrino noch nicht geklappt hatte, machten sie es über 15 Kilometer besser. Thomas Bing stellte mit Platz neun sein bestes Saisonergebnis ein, Sebastian Eisenlauer wurde 15., Thomas Wick 22. Es gewann der Kasache Alexej Poltoranin.