Oberstdorf (dpa) - Werner Schuster hatte seinen Abgang nach elf Jahren als deutscher Skisprung-Bundestrainer kaum verkündet, da kursierten im Februar dieses Jahres schon die ersten Namen.

Und noch bevor er sich selbst dazu äußern konnte, war natürlich auch der frühere Weltklassespringer und ausgewiesene Fachmann Martin Schmitt ein Thema. Der zweimalige Gesamtweltcup-Sieger dementierte umgehend und hielt sich im folgenden Sommer auch daran.

'Den Weg in das Trainerteam des Deutschen Skiverbandes (DSV) fand Schmitt aber trotzdem - allerdings als Talentscout für Springer, die in acht bis zehn Jahren potenziell seine A-Kader-Athleten sein könnten.

Denn aktuell hat Schmitt überhaupt keine Ambitionen, selbst Trainer zu werden. "Momentan bin ich sehr happy mit dieser Aufgabe und mir macht das sehr viel Spaß. Das will ich erstmal tun die nächsten drei Jahre. Ich habe auch danach nicht sofort die Ambition", sagte Schmitt der Deutschen Presse-Agentur. Der Familienvater ist als DSV-Scout und Eurosport-Experte für den Moment ausreichend ausgelastet.

Den schnellen Übergang ins Trainergeschäft hat er deswegen noch nicht geplant, betonte Schmitt. "Ich will es nicht ausschließen, aber eigentlich ist es kurz- oder mittelfristig nicht auf meiner Agenda." Schmitt stand mit Schuster schon in engem fachlichen Austausch, so hält er es auch mit dessen Nachfolger Stefan Horngacher. Der 41-Jährige aus Hinterzarten hat die Ausbildung zum Diplomtrainer als Lehrgangsbester abgeschlossen und damit sein enormes Fachwissen schon unter Beweis gestellt.

Teammanager Horst Hüttel zeigt sich "extrem glücklich", Schmitt an den DSV gebunden zu haben und von dessen großer Expertise im Nachwuchsbereich profitieren zu können. Der ehemalige Vorzeigeadler, neben seiner Leistung auch für seinen lila Milka-Helm bekannt, begleitet die Athleten des C- und D-Kaders, das sind die heranwachsenden Sportler zwischen 13 und 18 Jahren. "Ich versuche, gemeinsam mit den Trainern die Jungs zu unterstützen", sagte Schmitt.

Bei der Vierschanzentournee ist Schmitt - wie sein alter Kollege und Freund Sven Hannawald - natürlich wieder dabei. Während Hannawald in der Regel in der Kommentatorenbox sitzt, steht Schmitt als Experte mit Mikro vor der Kamera. Mit den besonderen Tücken der Tournee, bei der im deutschen Team diesmal nur Karl Geiger zum engeren Favoritenkreis zählt, kennt sich Schmitt besonders gut aus.

"Das ist DIE Wettkampfserie neben Weltmeisterschaften und Olympia, die einfach für sich steht. Es ist eine eigene Marke, es stellt für jeden Springer einen großen Reiz dar. Vier unterschiedliche Schanzen in einem kurzen Zeitraum, das ist eine große Herausforderung", sagte Schmitt. Er selbst ging mehrere Male als Topfavorit in die Tournee, konnte diese aber nie gewinnen.

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