Oberstdorf (dpa) - Von A wie Adler über H wie Hannawald bis Z wie Zuschauer - ein Alphabet zur 69. Vierschanzentournee:

A - Adler

Das Objekt der Begierde bei der Tournee ist der goldene Adler für den Gesamtsieger. Auch die deutschen Skispringer werden als deutsche Adler oder DSV-Adler bezeichnet.

B - Bischofshofen

Im beschaulichen Ort im Pongau findet traditionell am Dreikönigstag das Tournee-Finale statt. Auf der Paul-Außerleitner-Schanze hält der Pole Dawid Kubacki den Schanzenrekord: 2019 sprang er 145 Meter weit.

C - Coronavirus

Wie alle Sportereignisse dieser Tage steht auch die Tournee im Zeichen des Coronavirus. Ausgefeilte Hygienekonzepte mit regelmäßigen Tests sollen einen reibungslosen Ablauf gewährleisten. Dass dies nur eingeschränkt machbar ist, zeigte sich bereits vor dem Auftakt. Ein positiver Corona-Test im polnischen Team sorgte für großes Chaos.

D - Dreischanzentournee

2008 wurde das Springen in Innsbruck wegen widriger Bedingungen abgesagt und am nächsten Tag in Bischofshofen nachgeholt. Die vier Wettbewerbe wurden also auf nur drei Schanzen absolviert.

E - Eisenbichler

Markus Eisenbichler ist der größte deutsche Hoffnungsträger auf den Tournee-Sieg. Der emotionsgeladene Bayer hat in dieser Saison bislang zwei Weltcup-Springen gewonnen und zeigt konstant gute Leistungen.

F - Frauen

Seit Jahren fordern die Skispringerinnen ebenfalls eine Tournee. Zwar sind sich die Verantwortlichen grundsätzlich einig, dass eine solche Tournee kommen soll, doch einen Starttermin oder konkrete Pläne gibt es bislang nicht. "Aufgrund der Corona-Situation wird sich eine Frauen-Tournee um das eine oder andere Jahr nach hinten verschieben. So wie es jetzt ausschaut, wird es auch für das kommende Jahr sehr schwierig werden", sagte Tournee-Präsident Johann Pichler zuletzt der Nachrichtenagentur APA.

G - Granerud

Der Top-Favorit kommt diesmal aus Norwegen: Halvor Egner Granerud hat schon fünf Einzel-Weltcups gewonnen und ist damit - die Skiflug-WM mal außen vor gelassen - neben Eisenbichler der einzige Gewinner bislang in diesem Winter. Den 24-Jährigen gilt es zu schlagen.

H - Hannawald

Sven Hannawald ist der bis dato letzte deutsche Tourneesieger. Der 46-Jährige, der das diesjährige Schanzen-Spektakel als TV-Experte für die ARD begleitet, gewann in der Saison 2001/2002 vor dem Finnen Matti Hautamäki und dem Österreicher Martin Höllwarth.

I - Innsbruck

Am Bergisel in Innsbruck findet am 3. Januar das vorletzte Springen der Tournee statt. Die windanfällige Schanze gilt als kompliziert und machte schon häufig die Tournee-Hoffungen von Top-Springern zunichte.

J - Janne Ahonen und Jakub Janda

Im Winter 2005/06 gab es zum bisher einzigen Mal zwei Tourneesieger. Der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda bekamen den Titel zugesprochen, weil sie nach acht Sprüngen mit 1081,5 Punkten exakt gleichauf lagen.

K - Kobayashi

Der Japaner Ryoyu Kobayashi war der Überflieger der Tournee 2018/19 und gewann dort alle vier Wettkämpfe. In diesem Winter hat er große Probleme. Viele Experten vermuten, dass das mit einer Regeländerung zusammenhängt: Seit dieser Saison sind die Keile reglementiert, die sich die Springer in die Schuhe schieben. Dem Sprungstil Kobayashis kommt das nicht entgegen.

L - Lieder

Die werden auch in diesem Winter in der Skisprung-Arena in Oberstdorf in hoher Lautstärke gespielt - auch, wenn keine Zuschauer da sind.

M - Masken

Corona-Schutzmasken sind diesmal auch bei der Vierschanzentournee allgegenwärtig. Ob beim Interview vor der TV-Kamera oder auf dem Trainerturm: Coaches, Betreuer und Athleten tragen sie.

N - Neujahrsspringen

Silvester "Dinner for One", an Neujahr die Tournee: So kann die TV-Routine rund um den Jahreswechsel aussehen. Der Wettbewerb in Garmisch-Partenkirchen findet traditionell am 1. Januar statt.

O - Oberstdorf

Im wintersportverrückten Ort im Allgäu findet alljährlich der Auftakt des Schanzenspektakels statt. Normalerweise ist dabei Partystimmung garantiert. Doch diesmal ist alles anders.

P - Preisgeld

Der Gesamtsieger erhält nicht nur den goldenen Adler, sondern auch eine Prämie von 20 000 Schweizer Franken (ca. 18 408 Euro). Zudem zahlt der Weltverband Fis bei den einzelnen Springen seine üblichen Weltcup-Prämien. Der Tagessieger bekommt 10 000 Franken (ca. 9204 Euro), auch für die Plätze zwei bis 30 gibt es abgestuft Prämien.

Q - Qualifikation

Die Qualifikation hat bei der Tournee eine besondere Bedeutung. Das Ergebnis bestimmt, wer gegen wen im K.o.-Duell antritt, in dem normalerweise der erste Wettkampf-Durchgang bestritten wird.

R - Renndirektor

Für Sandro Pertile ist es die erste Vierschanzentournee als Fis-Renndirektor. Der Italiener übernahm im Sommer den Job von Walter Hofer. Anfang Dezember war er positiv auf das Coronavirus getestet worden, Pertile musste sich isolieren.

S - Skiflug-Weltmeister

Das ist Karl Geiger. Der Lokalmatador sprang in der Qualifikation von Oberstdorf am Montag bei schwierigen Bedingungen 114 Meter weit. Geiger war nach einem positiven Corona-Test gerade noch rechtzeitig für die Tournee aus der Quarantäne zurückgekehrt.

T - Titelverteidiger

Der Pole Dawid Kubacki. Er gewann im vergangenen Winter vor dem Norweger Marius Lindvik und Geiger.

U - USA

Auch ein Amerikaner ist bei der Vierschanzentournee dabei. Casey Larson sprang in der Qualifikation von Oberstdorf 101,5 Meter weit und belegte damit Rang 51.

V - V-Stil

Rund um das Jahr 1990 begann sich einer neuer Sprungstil bei den Skispringern durchzusetzen. Die Anordnung der Skier in der Luft als V löste den Parallelstil ab und ist heute nicht mehr wegzudenken.

W - Weißflog

Jens Weißflog ist der erfolgreichste deutsche Skispringer bei der Vierschanzentournee. Er gewann das Sprung-Festival viermal. In diesem Winter jährt sich sein letzter Tourneesieg zum 25. Mal.

X - x-beliebig

Skispringen ist kein Sport für jedermann. Nur wenige Nationen sind jährlich überhaupt dabei, wenn es in Oberstdorf losgeht.

Y - Youngster

Der jüngste Skispringer im deutschen Team ist beim Auftaktspringen in Oberstdorf Luca Roth. Der 20-Jährige sprang in der Qualifikation am Montag 104,5 Meter weit und belegte Platz 39.

Z - Zuschauer

Normalerweise sind bei den vier Stationen rund 100 000 Fans dabei. Diesmal sind auf den Rängen keine zugelassen. In Oberstdorf konnten einige Fans immerhin ihr Foto einschicken, um als Figur auf der Tribüne aufzutauchen. Als Bild dabei sind unter anderen die frühere Biathletin Laura Dahlmeier und Ex-Alpinskifahrer Felix Neureuther.

© dpa-infocom, dpa:201229-99-838669/3

Homepage der Vierschanzentournee

Daten zum Springen in Oberstdorf

Daten zum Springen in Garmisch-Partenkirchen

Daten zum Springen in Innsbruck

Daten zum Springen in Bischofshofen

Stand im Gesamtweltcup

Alle Tournee-Sieger

Tournee-Ergebnis des Vorjahres

Fis-Profil Eisenbichler

Fis-Profil Granerud

Fis-Profil Geiger