Heerenveen (dpa) - Nico Ihle schöpft neue Hoffnungen auf einen WM-Start. Beim Eisschnelllauf-Weltcup in Heerenveen war der 29-jährige Chemnitzer über 500 Meter zwar nicht über Rang 18 hinausgekommen, hatte aber wieder vorsichtigen Kontakt zur Weltspitze aufgenommen.

Nach einem Fehlstart musste er kurz auf das Eis greifen und verlor Sekunden-Bruchteile. Eigentlich lief es ganz gut. Ich war im Ziel selbst überrascht, dass ich nicht schneller war, meinte der Sachse nach seiner Zeit von 35,30 Sekunden. Der Sieg ging in 34,67 Sekunden an den Russen Ruslan Muratow.

Erst am Freitag hatte sich Ihle nach dreiwöchiger Abstinenz wieder in die A-Gruppe zurückgekämpft. Auch über 1000 Meter darf er nach Rang zwei in der B-Gruppe von Heerenveen beim nächsten Weltcup im norwegischen Stavanger wieder in der Kategorie der besten Eissprinter starten. Diese leichten Hoffnungsschimmer lassen den Olympia-Vierten nun hoffen, nach dem sportlich verpassten WM-Ticket doch noch durch die Hintertür zu den Einzelstrecken-Weltmeisterschaft nach Kolomna vom 11. bis 14. Februar reisen zu dürfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. So richtig wird das erst im Januar entschieden, sagte Ihle.

Das einzige Sprinter-Ticket hatte der Inzeller Hubert Hirschbichler für den deutschen Verband über das Time-Ranking für seine 1000-Meter-Zeit von 1:09,02 Minuten auf dem schnellen Eis von Salt Lake City erkämpft. Das ist jetzt eine interne Entscheidung, die wir im Verband fällen müssen, räumte Cheftrainer Helge Jasch zum Problem der WM-Nominierung ein.

In Heerenveen war Hirschbichler als Neunter der B-Gruppe rund eine Sekunde langsamer als Ihle. Möglicherweise wird es nun bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften Mitte Januar in Berlin noch ein Stechen zwischen beiden Läufern um das einzige WM-Ticket geben.

Sicher dabei ist bei der WM in Russland das deutsche Damen-Trio um Claudia Pechstein und Hirschbichlers Schwester Gabi. Die Mannschaft sicherte sich das Ticket durch einen risikofreien Lauf als Sechste in Heerenveen. Wir haben gut zusammengearbeitet und einen harmonischen Lauf hingelegt. Jetzt wollen wir bei der WM richtig angreifen, sagte Gabi Hirschbichler nach dem Sieg von Weltmeister Japan über die Niederländerinnen, die den Erfolg durch einen Stolperer verschenkten.

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