San Jose (dpa) - Im Ringen um die bisher teuerste Tech-Übernahme hat der Chipkonzern Broadcom sein Gebot für den Konkurrenten Qualcomm leicht gesenkt.

Auslöser ist, dass Qualcomm am Vortag seinerseits das Angebot für die Übernahme des europäischen Halbleiter-Spezialisten NXP angehoben hatte. Broadcom argumentiert, dass damit mehr Vermögen von Qualcomm-Aktionären an NXP-Anteilseigner rübergeschoben werde.

Broadcom senkte das Angebot an die Qualcomm-Anteilseigner von 82 auf 79 Dollar pro Aktie. Den Einschnitt gibt es bei der Barkomponente - sie sinkt von 60 auf 57 Dollar. Unterdessen bietet Broadcom weiterhin pro Qualcomm-Anteil eigene Aktien im Wert von 22 Dollar an. Zugleich sollen die drei Dollar automatisch wieder draufgepackt werden, wenn der NXP-Deal scheitern sollte.

Broadcom wollte sich die Übernahme von Qualcomm bisher insgesamt 146 Milliarden Dollar kosten lassen: 121 Milliarden Dollar für das Unternehmen plus die Übernahme von Schulden im Wert von rund 45 Milliarden.

Das Broadcom-Angebot war von der Qualcomm-Führung und zu niedrig und regulatorisch riskant abgelehnt worden. Broadcom appelliert jetzt direkt an die Aktionäre, Vertretern der Firma bei der Hauptversammlung Anfang März die Mehrheit im Qualcomm-Verwaltungsrat zu geben.

Qualcomm hatte am Vortag das Gebot für NXP von 110 auf 127,50 pro Aktie in bar angehoben. Das ganze Deal wäre damit 44 Milliarden Dollar schwer. Qualcomm will sich mit der Übernahme unter anderem bei Chips für vernetzte und autonome Fahrzeuge stärken. Zugleich wird der Zukauf auch als eine Abwehrmaßnahme gegen das feindliche Broadcom-Angebot gesehen.

Mitteilung von Broadcom