Frankfurt/Main (dpa) - Rezessionsängste und altbekannte Risikofaktoren wie internationale Handelskonflikte und der Brexit haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch ins Minus gezogen.

Allerdings machten die Indizes dank einer Erholung an der Wall Street einen Großteil ihrer teilweise deutlichen Verluste im späten Handel wieder wett.

Der Dax schloss mit einem Minus von 0,25 Prozent bei 11.701,02 Punkten. Am frühen Nachmittag hatte er noch mehr als 1,3 Prozent im Minus gelegen. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, büßte letztlich 0,31 Prozent auf 25.105,07 Zähler ein.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 0,15 Prozent auf 3365,38 Punkte. In Frankreich fiel der Cac 40 um rund 0,3 Prozent, während der FTSE 100 in London mit einem Plus von rund 0,4 Prozent aus dem Handel ging. Der Dow Jones Industrial notierte zum europäischen Börsenschluss rund 0,8 Prozent fester.

Im Dax standen Technologiewerte im Einklang mit dem schwachen Branchentrend in Europa besonders unter Verkaufsdruck: Aktien Wirecard, SAP und Infineon verloren am Index-Ende zwischen 1,3 und 1,6 Prozent.

RTL-Aktien büßten nach der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen und der Präsentation eines neuen Finanzchefs 1,3 Prozent ein. Papiere des Gewerbeimmobilien-Spezialisten Aroundtown verloren 0,5 Prozent. Die angehobene Jahresprognose blieb dabei ohne große Zugkraft.

Nemetschek-Aktien waren mit einem Kursabschlag von mehr als 3 Prozent das Schlusslicht im MDax. Die Papiere des Spezialisten für Bausoftware wurden von einem schwachen Ausblick des US-Konzerns Autodesk in Mitleidenschaft gezogen. Nemetschek war bis Anfang Juli mit einem Anstieg von mehr als 80 Prozent bester MDax-Wert des laufenden Jahres gewesen. Seither schmolzen die Gewinne auf fast die Hälfte zusammen.

Encavis-Anteile knüpften mit einem Plus von 2 Prozent an ihren seit Jahresbeginn starken Lauf an. Der Solar- und Windparkbetreiber hatte zur Zahlenvorlage seine Ziele höher gesteckt, ein weiteres Mal nach der letzten Anhebung im Mai.

Papiere von Isra Vision sackten um mehr als 4 Prozent auf das tiefste Niveau seit Februar ab. Die Anteile des Spezialisten für Materialprüfung liegen damit für das laufende Jahr noch mit rund 25 Prozent im Plus, nachdem sie bis Juli mit zwischenzeitlich gut plus 73 Prozent noch zu den besten Aktien im Kleinwerteindex SDax gehört hatten.

Papiere von Ado Properties ließen mit einem Anstieg um knapp 3 Prozent den Regulierungs-Schock vom Wochenbeginn hinter sich. Die Aktien des gänzlich auf Berlin fokussierten Immobilienunternehmens waren Hauptleidtragende der am Montag durchgesickerten Pläne, die Mieten in der Hauptstadt streng zu begrenzen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,67 Prozent am Vortag auf minus 0,70 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 147,18 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,13 Prozent auf 179,30 Punkte zu. Der Euro kostete zuletzt 1,1082 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1083 (Dienstag: 1,1104) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9023 (0,9006) Euro gekostet.