Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Mittwoch etwas zugelegt. Über der im Tagesverlauf überschrittenen Marke von 13.300 Punkten konnte er sich aber nicht halten.

Zum Börsenschluss legte der Leitindex um 0,38 Prozent auf 13.287,07 Punkte zu. In der Spitze war er bis auf knapp 13.315 Punkte geklettert. Der MDax verlor 0,04 Prozent auf 27.531,46 Punkte, nachdem er am Vormittag noch bei fast 27.637 Zählern auf ein Rekordhoch gestiegen war.

Erneute Hinweise auf ein baldiges Ende im Handelsstreit zwischen den USA und China lösten nur milde Freude unter Anlegern aus. "Wir sind in den letzten Geburtswehen eines sehr wichtigen Abkommens", hatte US-Präsident Donald Trump am Dienstag im Weißen Haus gesagt. Die Gespräche liefen "sehr gut". In den Verhandlungen zwischen den USA und China hatten beide Seiten schon häufiger Fortschritte gemeldet, bislang wurde aber noch kein Abkommen geschlossen.

"Die Börse ist langsam aber sicher gesättigt, was die Versprechen rund um den Handelskonflikt anbelangt", kommentierte CMC-Markets-Experte Jochen Stanzl die Reaktionen auf dem Parkett. "Die Investoren wollen jetzt Fakten sehen, geredet und versprochen wurde genug."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann zum Handelsende 0,20 Prozent auf 3712,85 Punkte. In Frankreich gab der Leitindex Cac 40 um 0,05 Prozent nach, während der britische FTSE 100 0,36 Prozent gewann. In den USA stagnierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss.

Am Donnerstag wird wegen des Feiertags Thanksgiving in den USA nicht gehandelt, und am Freitag läuft das Geschäft verkürzt. Das sorgte auch hierzulande schon zur Wochenmitte für ein teils impuls- und umsatzärmeres Aktiengeschäft. Am Freitag und am Montag stehen in den USA mit dem Black Friday und dem Cyber Monday zwei vorweihnachtliche Einkaufs-Großereignisse an. An diesen Tagen zeigen sich US-Konsumenten besonders kauffreudig.

Vor dem Hintergrund eines Presseberichts über einen möglichen Zusammenschluss mit dem französischen Orange-Konzern waren die Aktien der Deutschen Telekom am Nachmittag zunächst hochgeschnellt. Anschließend gaben sei einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, landeten zum Handelsende aber immer noch auf dem zweiten Platz im Dax mit einem Plus von 1,33 Prozent. Die Franzosen hatten im Handelsverlauf die Spekulationen zurückgewiesen.

Die Titel der Deutschen Bank zogen nach einem Bericht über eine Transaktion mit Goldman Sachs zunächst ebenfalls kräftig an, dämmten das Plus dann aber zum Handelsende auf 1,14 Prozent ein. Medienberichten zufolge hat die Deutsche Bank eine weitere milliardenschwere Tranche aus ihrem Abwicklungsportfolio an die US-Investmentbank losgeschlagen.

Auch die BMW-Aktie war mit einem Plus von 1,26 Prozent gefragt, nachdem die Nachricht über eine Kürzung der Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter die Runde machte.

Aus dem MDax berichteten Knorr-Bremse und der Immobilienkonzern Aroundtown über ihre jüngste Geschäftsentwicklung. Beim Bremsen-Spezialisten Knorr-Bremse seien Belastungen durch den schwachen Lastwagenmarkt bereits erwartet worden, aber die nun vorgelegten Kennziffern seien noch schlechter als befürchtet, sagte ein Händler. Die Papiere verloren als schwächster Index-Wert 3,66 Prozent.

Besser sah es für die Aroundtown-Papiere mit einem Aufschlag von fast zweieinhalb Prozent aus. Aroundtown hatte in den ersten neun Monaten des Jahres die Mieteinnahmen und den Gewinn kräftig gesteigert und erhöhte die Prognose. Die Zahlen seien besser als erwartet und die Prognoseanhebung im Zuge der geplanten Fusion mit TLG Immobilien sei positiv, sagte ein Börsianer.

TLG gewannen mehr als zweieinhalb Prozent dazu und waren damit im vorderen SDax-Feld. Zuvor hatten sie in dem Nebenwerte-Index ebenso ein Rekordhoch erreicht wie die Aktien des Batterieherstellers Varta, des Strahlen- und Medizintechnik-Unternehmens Eckert & Ziegler und des Finanzdienstleisters Hypoport.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite auf minus 0,37 Prozent von minus 0,36 Prozent am Vortag. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 144,69 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,01 Prozent auf 171,36 Punkte zu.

Der Euro gab etwas nach und kostete zuletzt 1,1001 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1009 Dollar (Dienstag: 1,1020) festgesetzt.