Frankfurt/Main (dpa) - Anleger am deutschen Aktienmarkt haben die Handbremse zum Wochenauftakt noch ein wenig angezogen. Enttäuschende Konjunkturdaten vom Freitag wirkten nach und die Ungewissheit über den Fortgang des Brexit sprach Beobachtern zufolge ebenfalls gegen Aktien.

Der Dax schloss am Montag 0,15 Prozent niedriger auf 11.346,65 Punkten. Das war der niedrigste Schlusskurs seit Mitte Februar.

Auch der unerwartet solide Ifo-Geschäftsklimaindex im März konnte die Stimmung am Vormittag nur kurzzeitig etwas aufhellen. Stattdessen verwies Analyst James Hughes vom Broker Axitrader auf den US-Anleihemarkt. Dort war die Rendite langlaufender Papiere jüngst unter die Verzinsung von Papieren mit kurzen Laufzeiten gefallen. Dieses Phänomen gilt als Hinweis auf eine bevorstehende Rezession.

Im Sog dessen gab zu Wochenbeginn auch der MDax nach. Der Index der mittelgroßen deutschen Werte verlor 0,38 Prozent auf 24.618,07 Punkte. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,16 Prozent niedriger auf 3300,48 Zähler. London und Paris endeten ebenfalls im Minus. An der Wall Street lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss ebenfalls leicht im Minus.

Im Dax waren Bayer-Aktien das Schlusslicht mit einem Kursverlust von fast drei Prozent. Sie fielen auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Die US-Investmentbank Merrill Lynch strich nach einer Schlappe in einem Prozess rund um die Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns.

Wacker Chemie fielen um 3,32 Prozent und zählten zu den größten Verlierern im MDax. Die britische Investmentbank HSBC rät nicht mehr zum Kauf der Aktie. Die chinesische Billigkonkurrenz bei Polysilizium für die Solarindustrie mache dem Spezialchemiekonzern weiter zu schaffen, hieß es zur Begründung.

RWE lagen an der Dax-Spitze mit einem Gewinn von 2,44 Prozent. Händlern zufolge profitiert der Versorger von immer niedrigeren Zinsen. Zudem würden die Papiere mit Blick auf die sinkenden Anleiherenditen als Anlagealternative immer attraktiver.

Aktien von FMC gehörten mit einem Kursplus von 1,81 Prozent zu den Favoriten der Anleger im Dax. Die Anteilscheine des Dialysespezialisten profitierten von einer Kaufempfehlung der Commerzbank.

Zu den Verlierern zählten hingegen die Papiere von Medienunternehmen. Die Einbußen reichten von 1,49 Prozent bei Axel Springer über 2,17 Prozent bei RTL bis zu 4,36 Prozent bei ProSiebenSat.1. Börsianer begründeten die Kursschwäche mit den sich immer mehr eintrübenden konjunkturellen Aussichten: "Der Mediensektor bekommt die schlechteren Wachstumsaussichten als einer der ersten Sektoren zu spüren".

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,07 Prozent am Freitag auf minus 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 142,82 Punkte. Der Bund-Future stieg am Abend um 0,07 Prozent auf 165,76 Punkte.

Der Euro notierte zuletzt bei 1,1313 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1325 (Freitag: 1,1302) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8830 (0,8848) Euro gekostet.