Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist heute auf Talfahrt gegangen und weitete damit seine bereits Ende letzter Woche erzielten Verluste deutlich aus. Der Leitindex Dax büßte im frühen Handel 2,30 Prozent auf 12.814,19 Punkte ein und fiel damit auf das Niveau von Anfang September zurück.

Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es um 2,17 Prozent auf 26.916,72 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand 2,1 Prozent tiefer.

Neue Sorgen bezüglich der Beziehungen zwischen den USA und China und die Enttäuschung über die US-Notenbank hatten am Freitag bereits die tonangebende Wall Street geschwächt. In den Technologiewerten setzte sich der Rückschlag mit neuen Nasdaq-Tiefs seit Ende Juli fort. Zudem wirft die nahende US-Präsidentschaftswahl ihre Schatten voraus.

Laut Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader werden die steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa zum nächsten Störfaktor für die bereits ins Stocken geratene Aktienrally. Damit trübe sich die Stimmung auf dem Börsenparkett zunehmend ein. Hierzulande erreichte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen einen Höchststand seit knapp fünf Monaten.

Im Dax gab es am Montag fast nur Verlierer. So knickten die als sehr konjunkturanfällig geltenden Aktien des Triebwerksbauers MTU um rund fünf Prozent ein.

Am Index-Ende sackten die Papiere der Deutschen Bank um mehr als fünf Prozent ab. Auch europaweit verzeichnete der Sektor herbe Einbußen. Im Kampf gegen globale Geldwäsche gibt es nach Recherchen des internationalen Journalisten-Netzwerks ICIJ nach wie vor erhebliche Defizite.

Der Streit über die Kosten zur Nutzung des Mobilfunknetzes von Telefónica Deutschland (O2) durch den Konkurrenten 1&1 Drillisch ließ die Aktien von 1&1 Drillisch um mehr als ein Viertel einbrechen. Die Anteilscheine des Mutterkonzerns United Internet verzeichneten Verluste in ähnlicher Größenordnung. 1&1 und United Internet werfen der Tochter des spanischen Konzerns Telefónica vor, die Kosten für die Nutzung des Mobilfunknetzes bereits ab Juli vor Abschluss der laufenden Verhandlungen erheblich erhöht zu haben. Telefóncia Deutschland weist den Vorwurf zurück.

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