Brüssel (dpa) - Gefälschter Honig beschäftigt das Europäische Parlament. An diesem Donnerstag wollen die Abgeordneten über ein Papier abstimmen, das bessere Kontrollen, härtere Strafen und klarere Kennzeichnungen anregt.

Dem Landwirtschaftsausschuss des Parlaments zufolge erfüllt vor allem Import-Honig europäische Standards häufiger nicht. Rund 200 000 Tonnen Honig importiert die EU jährlich, während die Mitgliedsländer etwa 250 000 Tonnen pro Jahr erzeugen.

Der Ausschuss verweist auf Tests des gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission, bei denen jede fünfte Probe von Import-Honig die EU-Standards nicht erfüllt habe. Nach Angaben des Forschungszentrums werde aber auch Honig aus EU-Ländern verfälscht, etwa mit zugesetztem Zucker. Die Parlamentarier diskutieren am Mittwoch unter anderem auch über besseren Schutz von Bienen und Unterstützung für Imker.

Kritik gab es im Vorfeld der Debatte an der aktuell von der EU vorgegebenen Kennzeichnungspflicht. Es genüge zu schreiben: Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern, kritisierte der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. Der Verbraucher sei der Geprellte. "Er weiß nicht, was er isst." Für die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ist die aktuelle Kennzeichnung eine "Farce". Aus ihrer Sicht müssten die Hersteller von Lebensmitteln verpflichtet werden, mindestens die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben.

Das Papier, über das die EU-Parlamentarier am Donnerstag abstimmen wollen, ist aber - bezogen auf die Kontrollen - nicht mehr als ein Appell an die Mitgliedsstaaten. Denn diese sind dafür zuständig. Bei der Kennzeichnung ginge der Aufruf hingegen in Richtung EU-Kommission für einen entsprechenden Gesetzesentwurf.

Initiative des EU-Parlaments

EU-Kommission zu Honig-Kontrollen

Honig-Richtlinie der Europäischen Union