London (dpa) - Das heiße Wetter in Mitteleuropa und ein Preiskampf im Last-Minute-Geschäft haben dem Reiseveranstalter Thomas Cook die wichtigste Reisezeit des Jahres verdorben.

"Die jüngste Buchungsentwicklung ist klar enttäuschend", sagte Konzernchef Peter Fankhauser bei der Vorlage der Buchungszahlen in London.

Für das Ende September auslaufende Geschäftsjahr 2017/18 rechnet das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor jetzt nur noch mit einem um Sonderposten bereinigten operativen Gewinn von 280 Millionen britischen Pfund (312 Mio Euro). Noch im Juli war er von etwa 320 Millionen ausgegangen.

"Viele Kunden haben die Sonne im Juni und Juli zu Hause genossen und ihre Reisen ins Ausland auf später verschoben", sagte Fankhauser. Dies habe den Wettbewerb verschärft und im August und September unüblich hohe Preissenkungen nach sich gezogen.

Schon vor knapp zwei Monaten hatte der Veranstalter ähnlich wie Marktführer Tui seine Gewinnerwartungen angesichts der Geschäftsentwicklung etwas gedämpft.

Zudem wurde bekannt, dass Finanzchef Bill Scott das Unternehmen im November verlässt. Der Manager war erst Anfang 2018 zum Finanzvorstand aufgestiegen. Ab 1. Dezember soll nun vorläufig Sten Daugaard die Finanzen des Konzerns führen. Er war früher unter anderem Finanzvorstand und Chef des Ferienfliegers LTU. Daugaard fängt am 1. Oktober bei Thomas Cook an.