Berlin (dpa) - Angesichts von Problemen auf dem Ausbildungsmarkt durch die Corona-Krise fordert die Linke im Bundestag Unternehmen auf, über Bedarf auszubilden.

"Trotz sinkender Bewerberzahlen drohen auch in diesem Jahr wieder viele junge Menschen am Ausbildungsmarkt leer auszugehen", sagte die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Aufgrund Corona könnten es leider noch mehr als in den Vorjahren werden", so Zimmermann weiter. "Dies muss unbedingt verhindert werden."

Tatsächlich werden viele bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht fündig. Im Juli 2020 gab es laut Bundesagentur für Arbeit (BA) 144 359 unversorgte Bewerber, dies waren 4,3 Prozent mehr als zum selben Vorjahreszeitpunkt.

Vom Berichtsjahr 2010/11 bis 2018/19 stieg die Zahl unversorgter Bewerber auf mehr als das Doppelte an. Wurden 2010/11 in der Ausbildungsstellenmarktstatistik 11.344 unversorgte Bewerber zum 30. September ausgewiesen, waren es 2018/19 24.525. Insgesamt gab es 2018/19 511.799 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen.

Die neuen Ausbildungsmarktzahlen für August veröffentlicht die BA mit den Arbeitsmarktzahlen am 1. September 2020. An diesem Donnerstag will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zudem einen Ausbildungsreport vorlegen.

Betriebe, die in der Krise weiter ausbilden oder die Zahl der Lehrstellen sogar erhöhen, können Prämien beantragen. Der Vorstandschef der BA, Detlef Scheele, hatte das Ausbildungsjahr als "ein Würgejahr" bezeichnet.

Insgesamt stehen in diesem Jahr laut BA 482.000 gemeldeten Lehrstellen 417 000 Bewerber gegenüber. Sowohl die Zahl der Bewerber als auch die Zahl der Stellen sei um acht bis zehn Prozent rückläufig.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-308388/4