Frankfurt/Main (dpa) - Angetrieben von der starken Nachfrage aus dem In- und Ausland sind Deutschlands Maschinenbauer schwungvoll ins Jahr 2018 gestartet. Die Bestellungen stiegen im Januar um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband VDMA mitteilte.

Besonders kräftig war die Nachfrage in den Ländern des Euroraumes, die binnen Jahresfrist um knapp ein Viertel zulegte. Insgesamt gingen bei den exportorientierten Maschinenbauern 14 Prozent mehr Bestellungen aus dem Ausland ein. Das Inlandsgeschäft zog mit einem Plus von ebenfalls 14 Prozent kräftig an.

"Der Nachholprozess bei den Investitionen im Inland setzt sich offenbar fort", erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Die Bestellungen aus dem Inland hatten in der Vergangenheit immer wieder geschwächelt.

Zwar rechnet die Branche mit anhaltender Nachfrage aus dem Ausland. Der stärkere Euro verteuert allerdings Maschinen und Anlagen für Kunden außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes. "Der eine oder andere Auftrag wird nicht in unseren Büchern landen", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann voraus.

Sorgen bereitet dem VDMA die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump. Der Freihandelskritiker hatte angekündigt, Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu verhängen, um die heimische Industrie abzuschirmen. Ein Handelskonflikt müsse unbedingt vermieden werden, sagte Wortmann. Die USA sind der wichtigste Einzelmarkt für die Maschinenbauer.

Im vergangenen Jahr hatte die weltweite Konjunkturbelebung die Geschäfte der mittelständisch geprägten Maschinenbauer angekurbelt. Die Produktion stieg nach fünf schwachen Jahren vorläufigen Angaben zufolge um 3,1 Prozent auf rund 212 Milliarden Euro. In diesem Jahr erwartet der VDMA ein Wachstum in ähnlichem Tempo.

Mit insgesamt 1,35 Millionen Erwerbstätigen ist der Maschinen- und Anlagenbau nach eigenen Angaben Deutschlands größter Industriearbeitgeber.

VDMA zu Auftragseingang Januar 2018