München (dpa) - Trotz eines warmen und schneearmen Winters sind Skihändler und Skihersteller optimistisch. Mit Blick auf die vergangenen Jahre sprechen Fachleute gar von einer Erholung des Skigeschäftes.

Nachdem der Markt stark geschrumpft gewesen sei, habe er sich seit 2017/18 konsolidiert, sagt ein Wintersport-Experte des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI) in Bonn. Aktuelle Zahlen dazu lägen aber nicht vor.

"Die Tendenz ist nicht schlecht, der Markt ist stabil." Zudem seien gerade die höher gelegenen Skiregionen mit Schnee gut versorgt, sagt der BSI-Sprecher. Dem pflichtet der Generalsekretär des Europäischen Sportindustrie-Verbandes (FESI) in Brüssel, Jérôme Pero, bei. Im dritten Jahr in Folge seien mehr Skiausrüstungen verkauft worden.

Die Winter würden kürzer, jedoch gebe es in der Hauptskisaison noch genug Schnee, so der FESI-Sprecher. So gebe es zwar an Weihnachten weniger Schnee, aber in der Faschingszeit seien die Bedingungen gut. Durch Schneekanonen könnte das Problem gemildert werden. "Wir müssen aber nachhaltige Lösungen finden, da Schneekanonen viel Wasser verbrauchen."

Pero verweist auf einen OECD-Bericht von 2006, der die schlechteren Winter für Skigebiete schon angekündigt habe. Speziell die deutschen Skigebiete würden wegen ihrer etwas niedrigeren Lagen im Vergleich zu den Skiregionen in anderen Ländern stärker betroffen sein, heißt es in dem Bericht.

Genau aus diesem Grund nehmen Skihersteller den weltweiten Markt in den Blick. Ihr Hauptgeschäft machten sie in den USA und in Kanada, sagt Christoph Bronder, Geschäftsführer der Firma Völkl Dalbello Marker in Straubing. Zudem ließen sich noch neue Märkte erschließen, etwa in Asien. Das Geschäft in China wachse. Ski Völkl gehört einer in der Schweiz ansässigen Unternehmensgruppe und ist der letzte große deutsche Skihersteller. Die Skier werden im niederbayerischen Straubing produziert.

Einen Wandel im Markt stellt der Einzelhandel fest. In Nord- und Westdeutschland seien Skiausrüstungen weitgehend aus den Sportgeschäften verschwunden, weil dort die Hobbyskifahrer auf den Verleih setzten, sagte ein Sprecher des Verbandes Deutscher Sportfachhandel (VDS). In Regionen, die näher an den Alpen und anderen Skigebieten lägen, sei die Nachfrage weiterhin groß.

Der Berliner Skifahrer, der einmal im Jahr für zwei Wochen in den Schnee fahre, wolle ein neues Modell, das gut gewartet ist und das er nicht weit transportieren muss - deswegen leihe er sich die Ski am Urlaubsort aus, sagt der VDS-Experte. Von diesem Trend profitierten Sporthändler in Skigebieten, weil diese oft einen Verleihservice anböten. Skibekleidung werde weiterhin bundesweit gut verkauft.

Sportfachhändler freuten sich, wenn "die gesamte Republik 14 Tage unter einer Schneedecke liegt, dann ist alles Gleitbare verkauft". Das gelte auch für Snowboards, Langlaufski, Schlitten und Schlittschuhe. Das sei in den vergangenen Jahren jedoch seltener vorgekommen. Stattdessen seien Winterwandern und Winterjoggen stärker gefragt. Sporthändler seien vom Wetter abhängig, sagt der VDS-Sprecher, und deshalb geborene Optimisten.