Istanbul (dpa) - Mit einem Konjunktpaket will die Türkei die schwächelnde Wirtschaft stützen. Unter anderem wolle man die Banken mit Staatskrediten stärken, sagte Finanzminister Berat Albayrak bei der Vorstellung des Reformprogramms in Istanbul.

Staatliche Banken erhielten Darlehen in Höhe von 28 Milliarden Lira (rund 4,4 Milliarden Euro). Man wolle die Körperschaftssteuer stufenweise senken und wettbewerbsfähiger machen. Hohe Einkommen sollten außerdem "gerechter" besteuert werden, sagte Albayrak.

Die türkische Wirtschaft befindet sich seit vergangenem Jahr in der Krise. Im Sommer 2018 hatte unter anderem ein Zerwürfnis mit den USA zu einer Währungskrise geführt. Inzwischen hat sich die Türkische Lira wieder leicht erholt. Die Inflation bleibt aber weiter hoch und liegt zurzeit bei rund 20 Prozent. Vor allem Lebensmittel werden immer teurer. Seit Ende 2018 steckt die türkische Wirtschaft in der Rezession.

Die wirtschaftliche Lage war auch bestimmendes Thema bei den Kommunalwahlen am 31. März. Die Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde landesweit zwar stärkste Kraft, verlor aber in Metropolen an Zuspruch. Experten gehen davon aus, dass die Wähler Erdogan damit auch für die schlechte wirtschaftliche Lage abstrafen wollten.