Washington/Peking (dpa) - Die US-Regierung eskaliert den Handelsstreit mit China durch Sanktionen gegen einen staatlich kontrollierten Chiphersteller aus der Volksrepublik weiter.

Das Handelsministerium in Washington kündigte am Montag (Ortszeit) an, die Fujian Jinhua Integrated Circuit Company aus Gründen der nationalen Sicherheit auf eine Liste von Unternehmen zu setzen, an die US-Firmen ohne spezielle Lizenzen nicht exportieren dürfen.

Zuvor hatte der US-Rivale Micron die Chinesen des Diebstahls geistigen Eigentums beschuldigt. Ähnliche Maßnahmen wie gegen Jinhua hatten die USA zeitweise auch schon gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller und Netzwerk-Ausrüster ZTE verhängt, dessen Geschäfte daraufhin einbrachen.

China reagierte am Dienstag mit Unverständnis auf das Vorgehen der USA. "Wir hoffen, dass die USA mehr dafür tun, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken und nicht das Gegenteil", sagte Lu Kang,  Sprecher des chinesischen Außenamtes. China habe seine inländischen Unternehmen immer dazu angehalten, lokale Gesetze und Vorschriften in anderen Ländern streng zu befolgen.

Die Sanktionen gegen ZTE wurden im Juli aufgehoben, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich interveniert und das Unternehmen eine Milliardenstrafe gezahlt hatte. Seitdem hat sich das Verhältnis zwischen Washington und Peking jedoch wieder verschlechtert.

Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete am Montag unter Berufung auf drei eingeweihte Quellen, die US-Regierung erwäge, Anfang Dezember auf alle verbleibenden Waren aus China Strafzölle anzukündigen, sollte ein Treffen zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping beim G20-Gipfel in Buenos Aires keine Entspannung im Handelsstreit bringen.

Mitteilung des US-Handelsministeriums

Bloomberg-Bericht über mögliche weitere Strafzölle