Dortmund (dpa) - Die gefährliche Salamanderpest befällt immer mehr Tiere im Westen Deutschlands. Der Hautpilz wurde bereits 2015 in der Eifel an der belgische Grenzen an freilebenden Tieren entdeckt und breitet sich nun in den Wäldern des Ruhrgebiets rapide aus.

Der vermutlich aus Asien stammende Pilz (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz: Bsal) verursache ein Massensterben, sagte der Experte Hans-Dieter Otterbein von der Naturschutzorganisation Agard. Bsal habe in Nordrhein-Westfalen in der Nordeifel und jetzt auch im Ruhrgebiet schon zu deutlichen Bestandsrückgängen beim Feuersalamander geführt. Im Westen von Rheinland-Pfalz wurde der Erreger ebenfalls bereits nachgewiesen.

Der Pilz befällt nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (Agard) auch den Kammmolch als eine in Deutschland streng geschützte Art. Bsal war Otterbein zufolge 2018 in Essen nachgewiesen worden und seit Ende 2019 auch an einigen Feuersalamandern in Dortmunder Wäldern. Ganze Populationen seien bereits in der Nähe von Aachen gestorben. Auch in den Niederlanden und Belgien hat der Pilz bereits gewütet.

Die Salamanderpest sei auch für den Fortbestand anderer europäischer Schwanzlurche eine ernste Bedrohung, sagte Otterbein. Nachweisbar trete Bsal dort am häufigsten auf, wo sich viele Menschen aufhielten.

Ähnlich wie beim Coronavirus müsse man die Infektionskette unterbrechen, also ein Ausbreiten der Sporen verhindern. Diese würden im Wald über Schlamm - etwa an Schuhen oder Fahrradreifen - weitergetragen, der Pilz könne dann an neuen Orten wieder auskeimen. Wanderer, Radfahrer, Angler, Forstleute oder auch Jäger sollten ihre Schuhe und ihre Ausrüstung desinfizieren, wenn diese mit Waldboden in Berührung gekommen seien. Wichtig sei, auf den Wegen zu bleiben. Die Sporen würden auch immer wieder von Hunden verbreitet oder auch von Mountainbikern, die in Naturschutzgebieten verbotenerweise ihre Trails bauten - und zwar nahe an Quellbächen, die der Lebensraum der Feuersalamander seien.