Timmenrode l Einen langen und im wahrsten Sinn steinigen Weg hat das Blankenburger Bauunternehmen Stratie gehen müssen, um nun mitten in Timmenrode ein ganz besonderes Bauprojekt erfolgreich zu Ende zu bringen. Am vergangenen Freitag wurden im neu errichteten Wohnpark An der Ziegelhütte die ersten sechs Mieter herzlich begrüßt. Neben Blumen gab es an der reich gedeckten Kaffeetafel auch viele anerkennende Stimmen zu dieser Wohnanlage, die sich speziell an ältere Menschen richtet. „Es ist schön, dass wir nun im Ort für alle Generationen Möglichkeiten des Wohnens geschaffen haben“, freute sich vor allem Ortsbürgermeister Jürgen Baum gerade für jene seiner Mitbürger, die vielleicht nicht mehr die Kraft haben, einen eigenen größeren Haushalt zu führen, aber immer noch selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben möchten. „Danke, dass diese Idee nach Timmenrode getragen wurde“, sagte Baum an Andreas Ebert gerichtet.

Baugrund 2001 gekauft

Der Stratie-Geschäftsführer erinnerte vor den neuen Mietern, deren Angehörigen, Firmen-Mitarbeitern und Geschäftspartnern an die Anfänge des Projekts, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht. Damals hatte Stratie der noch eigenständigen Gemeinde die Fläche als Bauland abgekauft, damit diese ihre Ortsdurchfahrt mit finanzieren konnte. Stratie erschloss das Areal, doch der Weiterverkauf an Bauwillige gestaltetet sich mehr als schwierig. Dann reifte aber die Überlegung, selbst Wohnraum zu schaffen, speziell für Senioren, die in ihrem eigenen Apartment leben, gleichzeitig aber vor Ort eine Versorgung und auch Pflege in Anspruch nehmen können.

Barrierefreie Wohnungen

„Das ist in dieser Form ein sehr gutes Modell“, erklärte Andreas Ebert. Hinzu komme die anspruchsvolle Qualität der Wohnanlage mit ihren acht Apartment-Reihenhäusern und einer Begegnungsstätte. So sind die 54 Quadratmeter großen Wohnungen mit Fußbodenheizung ausgestattet. Im Bad wurden geräumige, barrierefreie Duschen eingebaut. Alle Wohnungen verfügen darüber hinaus über ein offenes Wohnzimmer mit kompletter Küche, einen Hauswirtschaftsraum, ein Schlafzimmer und eine Terrasse, die ebenfalls mit Rollstuhl oder Rollator befahren werden kann. Die Betreuung der Mieter übernimmt auf Wunsch der Pflegedienst von Ralph Gehrke aus Blankenburg.

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Langer Genehmigungsprozess

Besonders stolz ist Andreas Ebert darauf, dass die Wohnanlage ausschließlich mit Handwerksbetrieben aus der Region errichtet werden konnte, die „uns schon lange und zuverlässig begleiten“, so der Stratie-Chef. Kritisch äußerte er sich dagegen über das Genehmigungsverfahren. So sei zwar im Oktober 2017 der Bebauungsplan und am 30. November 2018 der Bauantrag eingereicht worden. „Die Baugenehmigung der Kreisverwaltung erreichte uns erst mit Posteingangsstempel vom 1. Juli. Und damit vier Monate später, als geplant. Das war eine echte Zitterpartie“, so Ebert. Am Freitag freute er sich aber nun sichtlich über das erfolgreiche Ende dieses Projekts. Während die ersten sechs Wohneinheiten bereits vermietet sind, gibt es für die letzten beiden bereits Interessenten.

Zur offiziellen Einweihung überbrachte auch Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) beste Grüße und lobte das Engagement von Stratie, ganz bewusst solche Wohnanlagen in die Ortsteile zu bringen, als „Musterbeispiel für unsere Stadt“. Damit würden familiäre Strukturen und Bindungen zu Freunden im Ort erhalten bleiben und nicht zuletzt die Einwohnerzahl stabil halten.