Gardelegen l Welche Materialien braucht man eigentlich, um ein Graffito zu erstellen, worauf kommt es beim Sprühen an, welche Strafe droht mir, wenn ich illegal Wände bemale oder welche Techniken kann ich anwenden, um mit einer Sprühdose feine Striche zu ziehen? Das waren nur einige von unzähligen Fragen, die am Mittwoch und Donnerstag neun Schülern der Karl-Marx-Sekundarschule Gardelegen und der Sekundarschule „Am Drömling“ Mieste beantwortet wurden. Und zwar von echten Profis. Den Workshop leiteten nämlich die Sprayer der „Artheads“, was übersetzt Kunstköpfe bedeutet.

Projekt wurde finanziell gefördert

„Wir bieten in der Miester Sekundarschule die Kreativ AG an. In diese geht auch Lara, die davon erzählte, dass ihr Papa ein richtig guter Sprayer ist“, erzählte Schulsozialarbeiterin Marie Sprössel. So kam es zustande, dass Laras Papa, der einer der Artheads ist, die Kinder am Mittwoch und Donnerstag mit auf eine künstlerische Reise nahm.

Sie erfuhren zunächst einmal etwas über die Geschichte der Graiffitikunst, die nämlich alles andere als Schmierereien sind. Denn professionelle Graffiti-Künstler würden nicht sinnlos irgendwelche Hauswände besprühen, sondern werden meist von Firmen oder Privatleuten engagiert, lernten die Jungen und Mädchen. Dass es strengstens verboten ist, irgendwelche Wände einfach so zu besprühen, wussten sie aber natürlich auch schon vorher.

Bilder

An den beiden Graffiti-Tagen, die übrigens über das Projekt „Handeln statt warten“ finanziert wurden, ging es aber zum Glück nicht nur um Theorie, sondern auch um die Praxis und darum, dass die Kinder ihr kreatives Können unter Beweis stellen können.

So wurde am Donnerstag die in die Jahre gekommene Außenfassade des Clubs zunächst mit schwarzer Farbe bemalt. Im Anschluss verewigten sich die Kinder in einem großen Jugendclub-Mood-Graffito an der Fassade der Einrichtung.

Außerdem durften sie auf selbstgefertigten Leinwänden Motive mit Schablonen sprühen, damit sie eine Erinnerung an den Tag mit nach Hause nehmen konnten. Die Schablonen hatten die Kinder allein gefertigt: Erst wurde knapp eineinhalb Stunden gemalt und danach vorsichtig mit dem Skalpell die Umrisse der Schriftzüge ausgeschnitten.

Am Ende konnten alle Kinder wirklich stolz auf sich sein, denn von „Mr. Arthead“ gab es ein großes Kompliment dafür, dass sie alle so großes Interesse zeigten und die Fassade des Jugendclubs so toll aufgewertet hatten. Denn das ist den Miester Hortkindern mithilfe des Graffiti-Profis der „Artheads“ sichtbar gelungen.

Der Künstler selbst verewigte sich natürlich ebenfalls auf einer der Wände.