Magdeburg l Viel Raum gibt es am Fuße des Doms für die schräge Story um den exzentrischen Wissenschaftler Dr. Frank N. Furter, sein muskulöses Retortenwesen Rocky und das verirrte Liebespaar Brad und Janet, das unfreiwillig Gast auf einer ausgeflippten Schlossparty wird. Allein die Bühne für das rockig-schrille Musical misst 630 Quadratmeter, ein gemütliches Eigenheimgrundstück also. Das Bühnenportal erreicht eine Breite von 22 Metern, doppelt so viel wie im Opernhaus. Die Gerüstbauer müssen derzeit also ganze Arbeit leisten, um die Bühne zu bereiten für das große Sommer-Open-Air des Theaters Magdeburg, das damit nach Titanic, Evita Co. zum nächsten erfolgreichen Schlag ausholen will.

Bühnenpodest und Technikturm stehen bereits, morgen rückt ein großer Kran an, um das tonnenschwere Bühnenportal auf das vormontierte Seitengerüst zu heben. Dazu kommen sieben Querbalken, die eine Riesenkugel (aus der Rocky entsteigen wird), einen sechs Meter breiten Kettenvorhang und die größten der 200 Scheinwerfer tragen müssen. So nimmt der Horror auf dem Domplatz schon bald Gestalt an.Und die Arbeiter müssen sich sputen, am 9. Juni beginnen bereits die Proben. "Dann können wir nur noch Feinheiten korrigieren", sagt Projektbetreuer Karsten Meier vom Theater. Ob hinter oder auf der Bühne - die Vorfreude auf das Sommer-Open-Air wächst bei allen Beteiligten. Gut 1200 Plätze stehen pro Vorstellung zur Verfügung. Und die Kartennachfrage läuft super.

Die Premiere ist längst ausgebucht, die Wochenenden so gut wie. Wer noch Karten ergattern will, muss sich beeilen. "Wir haben viele Nachfragen aus ganz Deutschland", berichtet Theatersprecherin Yvonne Woltersdorf. Der bühnenreife Grusel-Klamauk von Richard O`Brien hat eine feste Fanszene, die dem Spektakel gern hinterherreist. Und sich vermutlich auch einen Platz vor der imposanten Kulisse des Doms sichern will.