Düsseldorf - Zalando, Rocket Internet oder Hella - viele Unternehmen streben im Moment an die Börse. Doch lohnt es sich auch für Kleinanleger, von Anfang an dabei zu sein?

Privatanleger sollten gut abwägen, ob sie bei einem Börsengang Aktien zeichnen wollen, empfiehlt die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). Drei Tipps für Anleger:

Transparenz: Unternehmen können zwischen verschiedenen Segmenten wählen, in denen die Papiere gelistet werden. Die Spanne reicht vom Freiverkehr über den "Entry Standard" bis zum "Prime Standard". Die Transparenzanforderungen sind sehr unterschiedlich. So müssen beispielsweise im Prime Standard notierte Unternehmen Quartalsberichte erstellen. In den anderen Börsensegmenten erhalten Aktionäre dagegen lediglich weit weniger Informationen über den Geschäftsverlauf.


Preisvergleich: Wichtig ist auch, dass sich die Anleger darüber klarwerden, ob der aufgerufene Emissionspreis tatsächlich angemessen ist. Hier hilft ein Vergleich mit den Kennzahlen ähnlicher Unternehmen, die bereits an der Börse notiert sind. Besonders achten sollte man dabei auf das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sowie das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV). Im Idealfall liegt eine Neuemission leicht unterhalb des branchenüblichen Durchschnittswerts.


Gewinnentwicklung:Reif für die Börse ist ein Unternehmen nach Angaben der DSW in der Regel erst, wenn es bewiesen hat, dass sein Geschäftsmodell funktioniert. Hat es Gewinne produziert und sind auch die Geschäftsaussichten gut, kann sich ein Einstieg lohnen. Verlustbringer gehören in den Bereich des Risikokapitals und sind nach Ansicht der Anlegerschützer für Privatanleger eher ungeeignet. Allerdings kann es auch Ausnahmen geben. Denn immer wieder entwickeln sich auch Wachstumswerte wie zum Beispiel der US-Elektroautohersteller Tesla nach dem Börsengang positiv.