Mexiko-Stadt - Der argentinische Dichter und Menschenrechtsaktivist Juan Gelman ist tot. Er starb in Mexiko-Stadt im Alter von 83 Jahren, wie die mexikanische Kulturbehörde Conaculta am Dienstagabend (Ortszeit) auf Anfrage bestätigte.

Gelman galt als einer der wichtigsten argentinischen Dichter seiner Generation. Der auch als Journalist tätige Lyriker lebte seit Jahren im mexikanischen Exil.

Gelman wurde 1930 in Buenos Aires als Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine geboren. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2007 den Cervantes-Preis, die höchste Literaturauszeichnung der spanischsprachigen Welt. Bei der Preisverleihung im April 2008 wurde er vom spanischen König Juan Carlos als "einer der mutigsten Dichter der heutigen Zeit" gewürdigt.

Gelman wurde auch wegen seines Kampfes gegen die rechte Militärdiktatur in seinem Heimatland bekannt. 1976 verschleppten und ermordeten Schergen der Militärjunta seinen Sohn Marcelo. Dessen hochschwangere Frau Claudia García wurde ebenfalls entführt und gilt bis heute als verschwunden. Nach einer langjährigen Suche fand Gelman seine Enkelin 2000 in Uruguay.

In deutscher Übersetzung erschienen unter anderem die Gedichtbände "Kom/positionen & Darunter" sowie "Welteln" (Edition Delta).