Berlin - Schriftsteller gehörten schon früh zu den Verfolgten des Nazi-Regimes. Nach den Bücherverbrennungen vom 10. Mai 1933 mussten viele von ihnen die Heimat verlassen und in alle Welt fliehen.

Bei einem Symposium am Montag und Dienstag (10./11. November) in Berlin soll an die Gründung des Deutschen PEN-Clubs im Exil vor 80 Jahren erinnert werden.

Emigrierte Autoren hatten den Club 1934 in London ins Leben gerufen. Zu den Mitgliedern gehörten Größen wie Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Lion Feuchtwanger, Ernst Toller, Arnold Zweig und Thomas Mann. Dessen Bruder Heinrich Mann wurde erster Präsident.

"Schon bald vereinte der Deutsche PEN-Club im Exil die wichtigsten emigrierten Autoren und Autorinnen und repräsentierte die verfolgte und oppositionelle Literatur des "anderen Deutschland"", schreibt die Schriftstellervereinigung auf ihrer Internetseite.

Bereits 1925 hatte sich ein Deutsches PEN-Zentrum gegründet, das dem Internationalen PEN (Poets, Essayists, Novelists) angehörte. Ziel der weltweiten Vereinigung war, Schriftsteller unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder Nation zusammenzubringen und für die Freiheit des Worts einzutreten.

Mit der NS-Machtübernahme wurde das deutsche PEN-Zentrum gleichgeschaltet. Bei der Vollversammlung im italienischen Ragusa weigerten sich die von den Nazis vereinnahmten deutschen Delegierten, eine Erklärung gegen die Bücherverbrennungen abzugeben - und traten unter Protest aus dem internationalen Verband aus. Im darauffolgenden Jahr wurde der Exil-PEN offiziell als deutsche Gruppe anerkannt.

Bei dem Symposium in Berlin soll nun eine Brücke zwischen den Exilerfahrungen der damaligen Autoren und der Situation ausländischer Schriftsteller im heutigen Exilland Bundesrepublik geschlagen werden. Unter dem Motto "Sprache ist Freiheit - Freiheit der Sprache" geht es um Themen wie Muttersprache, Heimat und Identität.

Veranstalter ist das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Exil-PEN. Nach dem Zweiten Weltkrieg war zunächst über die Auflösung des Verbands diskutiert worden. Er blieb jedoch unter dem neuen Namen PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland bestehen, auch wenn viele der heute rund hundert Mitglieder längst wieder in Deutschland leben. Präsident ist Günter Kunert.

1948 wurde auch der deutsche PEN wiedergegründet. Nach einer Zeit der Trennung in Ost und West hat er heute rund 700 Mitglieder und wird seit 2013 von dem österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger geführt. Untereinander haben die Verbände nicht immer ein reibungsloses Verhältnis, setzen sich aber beide für verfemte und verfolgte Schriftsteller in aller Welt ein.